Klangwolke
ORF Archiv Gernot Ecker
ORF Archiv Gernot Ecker

Serie: 50 Jahre Landesstudio – Klangwolke

Viele große Sendungen, Aktionen und Initiativen des ORF Oberösterreich sind heute noch in Erinnerung oder haben inzwischen einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Landes. Allen voran die Klangwolke, die Ars Electronica oder das ORF Friedenslicht.

Sendehinweis:
„Oberösterreich heute“
Montag, Mittwoch, Freitag
26.8.22 – 6.10.22

1979 ist das Geburtsjahr eines Spektakels, das Linz und Oberösterreich in aller Welt bekannt macht: die Klangwolke und das Festival Ars Electronica. Es ist der Komponist und Musiker Hubert Bognermayr, der ORF Landesintendant Hannes Leopoldseder den Vorschlag macht, ein Symposion über elektronische Musik zu versuchen.

Plakat erste Klangwolke
ORF Archiv Gernot Ecker
Das Plakat der ersten Klangwolke

Leopoldseder stößt auf den jungen Musiker Walter Haupt. Der erzählt von Konzerten im Freien und von Lautsprechern, die in Bäumen hängen. Am 18. September tönt Anton Bruckners 8. Symphonie mit mehreren tausend Watt aus den Lautsprechern im Donaupark beim Linzer Brucknerhaus. Aber nicht nur dort. „Der Aufruf in Radio Oberösterreich war: an dem Tag das Radio ins Fenster zu stellen um die und die Zeit Österreich eins einzuschalten.“, erzählt die ehemalige Leiterin der Kulturabteilung des ORF OÖ, Christine Schöpf.

Ars 1980 v.l. (oben) Franz Hillinger (ex BGM Linz) , Hugo Schanovsky, Walter Haupt (Komponist) u.l. Horst Friedrich Meyer
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1980 (v.l.o.) Franz Hillinger (ehemaliger BGM Linz) , Hugo Schanovsky, Walter Haupt (Komponist) Horst Friedrich Meyer (u.Mi.)

Mit der Aufforderung, die Radiogeräte in die Fenster zu stellen und Klangwolken nicht nur in Linz sondern in vielen Gemeinden Oberösterreichs zu erzeugen, trifft der ORF Oberösterreich einen Nerv. Bruckners 8. tönt an diesem Abend über weite Teile unseres Landes. Die Klangwolke aus dem Donaupark wird rasch zum Wahrzeichen von Linz und Oberösterreich.

Klangwolkenhöhepunkte der letzten 43 Jahre

  • 1985 die berühmte visualisierte Klangwolke Best of Pink Floyd
  • 1991 Carl Orffs „Carmina Burana“
  • 1993 Joe Zawinuls „Stories of the Danube“ die Donaugeschichten
  • 1997 Friedrich Guldas Mozartiana
  • 2006 Strawinskys „Sacre du printemps“
  • 2009 die visualisierte Klangwolke „Flut“ mit dem Einzug der Tiere anlässlich des Kulturhauptstadtjahres

„Wir wollten eine Veranstaltung initiieren, die in der Bevölkerung verankert ist“, erinnerte sich der Initiator und ehemalige ORF OÖ Landesintendant Hannes Leopoldseder an die Anfänge: „Daher haben wir die Klang Wolke als Eröffnung erfunden, die damals sehr stark unter dem Postulat ‚Kultur für alle‘ gestanden ist.“ 1982 führt der junge italienische Komponist Giorgio Battistelli mit Arbeitern der Voest eine ganz besondere Produktion im Rahmen des Brucknerfests auf: die Linzer Stahloper.

1980 Ars electronica Gisela Schreiner, Klaus Schulze
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1980 Ars Electronica Gisela Schreiner und Komponist der „Linzer Stahlsinfonie“ Klaus Schulze

Neben der Klangwolke etabliert sich Ende der 70er Jahre parallel dazu das Festival ars electronica. Es bringt eine völlig neue Kunstform nach Österreich: die Computerkunst. Mehr darüber und über einen sehr außergewöhnlichen Besuch gibt es dann beim nächsten Mal.

50 Jahre Landesstudio Oberösterreich – Klangwolke

1979 stellen hunderttausende Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher Radiogeräte ins Fenster und drehen diese laut auf. Was war passiert? Die allererste Linzer Klangwolke wird zu einem Spektakel im gesamten Bundesland.

Eine Produktion des Landesstudio Oberösterreich.

Gestaltung: Gernot Ecker
Schnitt: Tanja Obermüller
Kamera: Michael Schindlinger