Debatte um Fußgängerzone

Seit Wochen wird debattiert, ob die Hauptstraße im Linzer Stadtteil Urfahr Fußgängerzone (Fuzo) werden soll oder nicht. Die Mehrheit will die Fuzo, so eine vom Infrastruktur-Stadtrat in Auftrag gegebene Bürgerbefragung. Dagegen wehrt sich aber eine Bürgerinitiative.

Infrastruktur-Stadtrat Markus Hein (FPÖ) wollte mit einer Bürgerbefragung Klarheit über eine Lösung für die Urfahraner Hauptstraße schaffen: stimmberechtigt waren 1.800 Personen, zum großen Teil Bewohner, aber auch lokale Gewerbetreibende. Knapp ein Drittel hatte dann seine Meinung abgegeben. Dabei habe ein Fuzo-Ja dominiert, „was auch schon bei den ersten Veröffentlichungen im Trend erkennbar war“.

Hauptstraße in Linz-Urfahr

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Im südlichen Teil der Hauptstraße gilt derzeit eine Einbahnregelung

„Das betrifft meine Existenz“

An das Ergebnis fühle er sich moralisch gebunden, so Hein, und er werde sich für den nötigen Gemeinderatsbeschluss einsetzen. Das sorgt bei einer Gruppe von Bewohnern und Geschäftsleuten, die sich zu einer Bürgerinitiative zusammen gefunden haben, für ziemliche Verärgerung. So sagte die Unternehmerin Tamara Möstl in der Umfrage des ORF OÖ: „Das betrifft meine Existenz“. Sie habe sehr viele Kunden, die mit dem Auto kommen wollen und zumindest kurz stehen bleiben können wollen.

„Zuerst ein Gesamtkonzept“

Man wolle zwar rasch eine Lösung für eine Verkehrsberuhigung, ergänzte Johann Steffner, Bewohner und Unternehmer in der Hauptstraße: aber diese solle ganz Urfahr umfassen. „Wir wollen zuerst ein Gesamtkonzept und keine Experimente mit dem Lebensraum der Bewohner und den Existenzen der Geschäftsleute.“

Umstrittene Neugestaltung

ORF-Redakteur Robert Fürst hat für OÖ heute mit Verantwortlichen und Betroffenen geredet.

Infrastrukturstadtrat Hein betonte hingegen, dass das jahrzehntelange Warten ein Ende haben müsse „und wir auch in Zeiten kleiner Budgets auch kleinere Brötchen backen müssen, aber diese Brötchen können durchaus eine deutliche Entlastung der Hauptstraße herbeiführen“. Die Fußgängerzone könnte laut Hein in zwei bis drei Jahren fertig sein - die Bürgerinitiative kündigte bereits an, Widerstand leisten zu wollen.