Drogenkonsum in Welser Jugendtreff

Der Konsum von Drogen in einem Welser Jugendtreff, der in der Welser SPÖ-Bezirksgeschäftsstelle untergebracht ist, hat am Dienstag für einen ordentlichen Wirbel gesorgt. Laut Polizei wurden Jugendliche aufgefordert, Marihuana zu probieren.

Die SPÖ-Bezirksgeschäftsstelle in Wels soll nicht nur der Treffpunkt der roten Jugendorganisation Aktion Kritischer Schüler sein. Offenbar war sie auch eine Drogen-Drehscheibe.

Laut Polizei haben dort in den Jahren 2014 und 2015 mehrere Jugendliche mit Cannabis experimentiert. Die 14- bis 16-Jährigen sollen damals von zwei Aufsichtspersonen angestiftet worden sein, sagt Landespolizeidirektor Andreas Pilsl: „Das besonders Verwerfliche daran ist, dass in diesen Räumlichkeiten, wo Jugendliche eigentlich beaufsichtigt werden sollten, diese angeleitet wurden, Drogen zu probieren, sich selbst ein Bild darüber zu machen.“ Jetzt würde man sehen was dabei herauskomme, so Pilsl, dass nämlich viele dieser Jugendlichen nun als Großdealer sogar verhaftet wurden.

SPÖ Geschäftsstelle Wels
Matthias Lauber / laumat.at
SPÖ-Bezirksgeschäftsstelle in Wels

Im Zuge von Ermittlungen aufgeflogen

Aufgeflogen ist das Ganze im Zuge von Ermittlungen im vergangenen Jahr. Die Polizei zerschlug einen Drogenring. 14 Dealer sollen insgesamt 115 Kilogramm weiterverkauft haben, so Landespolizeidirektor Pilsl: „Bei den Einvernahmen stellte sich dann immer wieder ein zentraler Angelpunkt heraus. Und, das war eben dieser Jugendtreff. Dort ist quasi die Basis dafür gelegt worden, dass aus Kindern und Jugendlichen letztlich Dealer wurden.“

Vorkommnisse wurden am Dienstag zum Politikum

Der Drogenhandel wurde am Dienstag auch zum Politikum. Die FPÖ sprach von einem Skandal innerhalb der SPÖ. Parteichef Manfred Haimbuchner forderte eine lückenlose Aufklärung. Und für ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer ist es „unfassbar“, dass Jugendliche in einem SPÖ-Parteilokal zum Drogenkonsum motiviert wurden. SPÖ-Geschäftsführerin Bettina Stadlbauer distanzierte sich: „Wenn das tatsächlich so geschehen ist, ist das zutiefst abzulehnen und es ist ganz wichtig, dass das lückenlos aufgeklärt wird. Mir ist aber wichtig zu betonen, dass diese Personen weder Mitglieder noch Angestellte der SPÖ sind, das heißt weder mit der SPÖ noch mit einer ihrer Jugendorganisationen etwas zu tun haben.“

Die beiden verantwortlichen Aufsichtspersonen wurden ausgeforscht. Der 31-Jährige und die 41-Jährige verweigerten die Aussage. Sie wurden bei der Staatsanwaltschaft Wels auf freiem Fuß angezeigt.

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