Knappes Saisonniers-Kontingent „Schikane“

Die oö. Wirtschaftskammerpräsidentin Doris Hummer kritisiert das knappe Saisonniers-Kontingent für die Gastronomie und Bürokratie-Hürden für ausländische Beschäftigte: „Die Schikane im Fremdenrecht verschärft den Arbeitskräftemangel“.

In der oberösterreichischen Gastronomie könnten derzeit 2.000 Stellen nicht besetzt und der Betrieb ohne Personal aus dem Ausland vielerorts gar nicht aufrechterhalten werden.

„Lächerliche 30 Plätze“

Trotz dieser Situation sei das Saisonniers-Kontingent für den Wintertourismus für das gesamte Bundesland „auf lächerliche 30 Plätze plus fünf Plätze Sonderkontingent beschränkt“ worden, monierte Hummer am Mittwoch in einer Aussendung. Und wer es schaffe, eine befristete Beschäftigungsbewilligung aus diesem Kontingent zu ergattern, stehe dann oft vor großen bürokratischen Hürden.

„1.500 sinnlose Kilometer für Visum“

Saisonniers müssten nämlich künftig vor Arbeitsantritt ein Visum beim österreichischen Konsulat in ihrem Herkunftsland persönlich vor Ort beantragen, erklärte Hummer. „Ein bosnischer Kellner, der zum Beispiel im Bezirk Gmunden arbeiten will, muss somit nach Sarajevo fahren und dort das Visum persönlich abholen. Statt 1.500 sinnlose Kilometer zurücklegen zu müssen, wäre es viel zielführender, dieses Dokument von der regionalen Fremdenbehörde ausstellen zu lassen“, argumentiert sie.

„Visum-Altlast sofort eliminieren“

„Hinter dieser neuen gesetzlichen Schikane steckt die völlig irre Vorstellung, dass ausländische Arbeitskräfte den Österreichern die Arbeitsplätze wegnehmen“, vermutet Hummer. Dabei würden sich am österreichischen Arbeitsmarkt für die Gastronomie schlicht nur wenige vermittlungsbereite Arbeitsuchende finden. Die Wirtschaftskammer OÖ fordere daher die Bundesregierung auf, „künftig mehr Saisonniers als bisher zu genehmigen und diese bürokratische Visum-Altlast sofort zu eliminieren“.

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