Kritik an Kürzungen im Kulturbereich

Statt der angekündigten zehn Prozent werde in Oberösterreich in vielen Kunst- und Kulturbereichen um mehr als 30 Prozent gekürzt, kritisiert die Initiative „kulturlandretten“, die laut eigenen Angaben bereits mehr als 10.000 Unterschriften gesammelt hat.

Eine kulturelle Vereinigung, die maßgeblich hinter der Initiative „kulturlandretten.at“ steht, ist die Kulturplattform „Kupf“, die mehr als 150 freie Initiativen vertritt. Während es in den vergangenen Jahren bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr für diese kleineren Kultur-Initiativen gegeben habe, seien es heuer nur mehr 4,7 Millionen Euro gewesen.

Noch nie habe das Land Oberösterreich die zeitgenössische Kunst und Kultur in den vergangenen 20 Jahren so wenig gefördert wie heute, heißt es von der Kulturplattform „Kupf“.

Aus für Linzer Frühling befürchtet

Nach mehr als drei Jahrzehnten werde es den „Linzer Frühling“ mit seinen jährlich zehn bis 15 Literaturveranstaltungen deshalb nicht mehr geben, sagt der Schriftsteller Kurt Mitterndorfer. Literatur spreche das an, was vielleicht nicht erwünscht sei: „Ich vermute, dass es bei diesen Sparmaßnahmen schon um Inhalte geht, dass man eben sagt, die Lästigen kürzen wir halt ein Bisschen!“

Ein „Bisschen kürzen“ heiße in der Literatur Kürzungen um 34 Prozent: „Das heißt, ein Drittel aller Veranstaltungen müssten abgesagt oder können gar nicht geplant werden!“ Alles, was fortschrittlich sei, solle totgespart werden, so Mitterndorfer.

„Frauen-Vereine passen nicht in Gesellschaftsbild“

Oona Valarie Serbest von der Frauen-Vernetzungsstelle „Fiftitu“ klagt, dass sie fünf Monate lang auf einen Termin bei Landeshauptmann Thomas Stelzer gewartet habe, am Vorabend sei er dann abgesagt worden: „Wir glauben, dass Frauen-Vereine quasi nicht in dieses Gesellschaftsbild passen, das derzeit forciert wird!“

Prominente Mitstreiter gegen Sparpläne

Die freie Szene intensiviert mittlerweile den Protest gegen die geplanten Förderungskürzungen der schwarz-blauen Regierungskoalition in Oberösterreich. Sie gewann renommierte oberösterreichische Mitstreiter, wie den Karikaturisten Gerhard Haderer, den Kabarettisten Josef Hader oder Philipp Kroll von der Hip-Hop-Band Texta für ihre Kinospots zu „Rettet das Kultururland OÖ“. Am Freitag wurden sie im Linzer City-Kino präsentiert.

Unterschriftenaktion „Rettet das Kulturland OÖ“

Für den Aufruf gegen den drohenden „Kahlschlag“ vor allem im Bereich der zeitgenössischen Kultur und Kunst setzten sich die Künstler vor laufender Kamera auf eine Couch, letztendlich um den dringenden Appell zu formulieren, die bereits seit Oktober laufende Unterschriftenaktion „Rettet das Kulturland OÖ“ zu unterschreiben. Nach Bekanntwerden der Sparpläne von Schwarz-Blau wurde von „Kupf“ diese Unterschriftenkampagne gestartet. Bisher haben mehr als 10.000 Personen die Petition unterschrieben.

Die neuen Kinospots, die ab sofort in allen oberösterreichischen Programmkinos laufen, sollen die Kampagne noch befeuern. Zudem wird ein Runder Tisch mit Landeshauptmann Thomas Stelzer gefordert, um doch noch die Arbeit der freien Szene abzusichern. Falls nicht, werde man zum Budgetlandtag im Dezember auf die Straße gehen, hieß es von der Kulturplattform „Kupf“.

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