Das ORF-Friedenslicht in Brüssel

Das ORF-Friedenslicht leuchtet seit 15 Jahren in Brüssel. Es wurde vom Friedenslichtkind Melanie Walterer aus Klam (Bezirk Perg) am Donnerstag auf Einladung des Landes OÖ an Mitglieder der Europäischen Kommission übergeben.

Am Abend nahmen Oberösterreicher, die in Brüssel arbeiten, das Symbol des Weihnachtsfriedens bei einer vorweihnachtlichen Feier entgegen. Unter den Gästen befand sich auch der Österreichische Botschafter im Königreich Belgien, Jürgen Meindl aus Leonding. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) führte im Rahmen der Friedenslichtübergaben auch politische Gespräche.

„Kosten für Flüchtlingshilfe fair verteilen“

Pühringer forderte anlässlich der Übergabe des ORF-Friedenslichtes aus Bethlehem von der EU mehr finanzielle Unterstützung für Länder gefordert, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Wenn schon auf europäischer Ebene eine faire Aufteilung von Flüchtlingen nicht erreicht werden könne, dann müssten wenigsten die Kosten fair verteilt werden, sagte Pühringer in einem Gespräch mit dem für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständigen Kommissar Christos Stylianides aus Zypern.

Friedenslicht in Brüssel
Land OÖ/Stinglmayr
Friedenslichtkind Melanie Walterer in Brüssel

„Menschen Perspektiven bieten“

Kernfragen bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik sind laut Pühringer die Verbesserung der Lebenssituation in den Herkunftsländern und der Ausbau der Entwicklungszusammenarbeit mit Syrien und auch mit afrikanischen Ländern aus. Den Menschen müssten Perspektiven geboten werden zu bleiben, damit sie sich nicht auf den Weg machen. Wenn das in Afrika nicht gelinge, sei alle bisherigen Flüchtlingsströme eine Kleinigkeit gewesen, befürchtet der Landeshauptmann. Das Land Oberösterreich wird nächstes Jahr sein Entwicklungshilfe-Budget um 20 Prozent auf zwei Millionen Euro erhöhen.

Friedenslicht in Brüssel
Land OÖ/Stinglmayr
v.l.n.r: EU-Kommissar Johannes Hahn, Friedenslichtkind Melanie Walterer, LH Josef Pühringer, ORF-Friedenslicht-Projektleiter Günther Hartl, EU-Kommissar Christos Stylanides

Verlängerung der Quote für Medizinstudenten

Österreichs EU-Kommissar Johannes Hahn hat in Brüssel gegenüber Pühringer signalisiert, dass die EU für die Verlängerung der Quote bei Studenten der Medizin grünes Licht geben dürfte. Er könne sich keine andere Entscheidung vorstellen, meinte Hahn. Die Quotenregelung für das Medizinstudium gilt seit zehn Jahren. 75 Prozent der Plätze für Human- und Zahnmedizin sind für österreichische Maturanten reserviert, 20 Prozent gehen an EU-Bürger und fünf Prozent an Studenten aus so genannten Drittstaaten.

Friedenslicht in Brüssel
Land OÖ/Stinglmayr

„Schutzklausel für kleinere Länder“

Pühringer spricht von einer Schutzklausel für kleinere Länder, die sich so wie Oberösterreich in der Ausbildung von Medizinern anstrengen. An der neuen Medizinischen Fakultät in Linz komme die Hälfte der Studienanfänger aus Oberösterreich, sagte Pühringer. Gerade Oberösterreich brauche Ärzte aus dem eigenen Land, weil in den nächsten zehn Jahren 40 Prozent der Mediziner in Pension gingen.

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