Immer mehr psychische Erkrankungen

Die Zahl psychischer Erkrankungen steige, warnen Mediziner. Laut einer deutschen Studie erleiden 40 Prozent der Oberösterreicher zumindest einmal im Leben eine ernste psychische Krise, die oft mit hohem Druck zu tun hat.

Die Hemmschwelle, sich professionelle Hilfe zu holen, sei niedriger geworden, stellen Ärzte fest. Immer mehr Angehörige und Betroffene kommen deshalb selbst auf die Sozialpsychiatrische Ambulanz (SPAZ) des Neuromed-Campus der Universitätsklinik - oder werden dorthin überwiesen, so der interimistische Leiter der Klinik für Psychiatrie Thomas Zaunmüller. Deshalb verzeichnen seine Mitarbeiter bis zu zehntausend Patienten-Kontakte im Jahr - Tendenz steigend.

Steigender Druck als Ursache

Die Tendenz sei auch deshalb steigend, weil der Druck auf jeden Einzelnen zunehme. „In den vergangenen Jahr war die größte Zunahme im Bereich der Depression- und Angsterkrankungen. Es gibt aber mittlerweile auch viele Erschöpfungszustände, die in Zusammenhang mit den neuen Anforderungen im Berufsleben, mit denen Menschen nicht zurechtkommen, stehen. Dadurch ergeben sich oft akute Krisen“, so Zaunmüller.

psychische Erkrankungen Neuromed-Campus

ORF

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des SPAZ loben Politik und Ärzteschaft die unbürokratische Zusammenarbeit zwischen dem Spital, pro mente und niedergelassenen Ärzten, denn besonders das rasche Helfen sei von Bedeutung, heißt es. Die Gebietskrankenkasse will die psychiatrischen Angebote in Schulen und Betrieben ausbauen.

Wenn möglich solle zudem die ambulante Behandlung die stationäre zunehmend ablösen, heißt es. Man platze - nicht nur in Linz, sondern auch an den beiden anderen Standorten in Steyr und Vöcklabruck - längst aus allen Nähten.