Gefälschte Kugellager vernichtet

Gefälschte Kugellager, wie sie etwa für Maschinen in Papierfabriken benötigt werden, sind nun in Oberösterreich offiziell vernichtet worden. Die Plagiate waren mit dem Namen des führenden Herstellers SKF aus Steyr versehen.

Eineinhalb Tonnen wiegen die insgesamt 102 gefälschten Pendelrollenlager, die der Zoll in Vorarlberg aus dem Verkehr gezogen hat. Den Zollfahndern waren Unterschiede zum Original in Verpackung, Transportweg und vor allem beim in den Frachtpapieren angegebenen Wert aufgefallen. Nach Kontaktaufnahme mit SKF in Steyr war schnell klar, dass es sich um Plagiate – vermutlich aus China – handelte.

Zollprüfung gefälschte Kugellager

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Beim Zoll wurden die Kugellager auf ihre Echtheit überprüft

Wären die gefälschten Kugellager, wie vorgesehen, in Maschinen eingebaut worden, hätte es unabsehbare Konsequenzen geben können, sagt Mario Pranzl von SKF Steyr. Denn während der Hersteller vom Originalprodukt garantiert, dass die Kugellager den für sie vorgesehenen Ansprüchen auch genügen und den Belastungen standhalten, sei das bei den Plagiaten nicht der Fall.

Es könne vorkommen, dass die Lagerung nicht halte und die Maschinen dadurch kaputtgingen. Wenn man sich dann vorstelle, dass zum Beispiel Personen mit dieser Maschine transportiert werden, dann könne das schon fatale Folgen haben, so Pranzl.

Suche nach Hintermännern ist Sisyphusarbeit

Für den Transport der nachgemachten Kugellager sei ein türkisches Unternehmen verantwortlich gewesen, die Suche nach den Hintermännern gestalte sich schwierig, so Gerhard Marosi vom Finanzministerium. Man wisse zwar aus Erfahrung, dass es immer wieder gelinge, Hintermänner aufzudecken. Doch seien die Ermittlungen häufig eine Art Sisyphusarbeit, sagt Marosi. Wenn man einem das Handwerk lege, würden drei neue das Geschäft aufnehmen.

Vernichtung von gefälschten SKF Kugellagern

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Die Plagiate wurden aufgeschweißt und somit offiziell vernichtet

Der zunehmende Handel über das Internet mache es den Fälschern leichter, ihre Ware an den Mann zu bringen. So würden Fälschungen etwa gezielt auch dann im Internet angeboten, wenn die Nachfrage hoch und die Lieferzeiten lang seien. Die Plagiatsware wurde nun offiziell vernichtet.