Masterplan gegen Vogelsterben
76 heimische Vogelarten beobachtete die Vogelschutzorganisation birdlife Österreich, und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) wertete die Wetterdaten der letzten Jahrzehnte aus. Dabei zeigte sich, dass es viele Verlierer, aber auch einige Gewinner gibt.

Pierre Dalous
Nur wenige Arten wie der Bienenfresser profitieren vom Klimawandel
So werden vor allem wärmeliebende Arten profitieren, etwa der zugewanderte Bienenfresser. Andere - heimische - Arten werden durch die Hitze hingegen in immer größere Höhenlagen verdrängt wie die Ringdrossel. Wenig Luft nach oben gibt es sozusagen für die alpinen Vogelarten. Alle Vogelarten leiden zudem unter dem Verschwinden der Insekten, der zunehmenden Bodenversiegelung und dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.
Vom Aussterben bedroht
Besonders schlecht steht es derzeit um die Bodenbrüter wie den Kiebitz. Auch das Rebhuhn, die Feldlerche und die Grauammer sind stark unter Druck geraten. Beim heimischen Braunkehlchen etwa gibt es laut Hans Uhl von birdlife Österreich inzwischen nur noch 30 bis 40 Brutpaare. Die Sumpfschnepfe oder Bekassine, die vor allem im Ibmer Moor vorkommt, könnte bei ähnlich heißen Sommern in wenigen Jahren ebenfalls aussterben.
Höhere Förderungen für artenreiche Wiesen
Neben den immer höheren Temperaturen setzt den Vögeln auch der Verlust ihrer Lebensräume zu. „Wir brauchen ein Vielfaches an Wiesen- und Ackerbrachen, Blühstreifen oder spät gemähten Blumenwiesen, als wir es derzeit vorfinden", so Uhl. Ändern könne man das nur durch deutlich mehr finanzielle Unterstützung der naturnahen Landbewirtschaftung: „Eine Verdoppelung der derzeitigen Höhe der Förderprämien für die Pflege von artenreichen Wiesen und Feldern durch Landwirte ist eine der wichtigsten unter vielen weiteren notwendigen Verbesserungsmaßnahmen.“

Hans Uhl
Besonders schlecht steht es derzeit um die Bodenbrüter wie den Kiebitz
Konkrete Maßnahmen zum Schutz der heimischen Vogelwelt seien daher dringend notwendig, so Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne). Er fordert dringende Maßnahmen für den Bodenschutz und die Artenvielfalt in der Umwelt und will den Klimaschutz einbinden. Im Herbst will Anschober mit Experten einen Masterplan präsentieren.