Linz: Streit um Platz für Aphrodite

In Linz wird erneut diskutiert, ob eine Aphrodite-Statue, die einst Adolf Hitler der Stadt geschenkt hat, wieder aufgestellt werden soll - ÖVP, FPÖ und NEOS sind dafür, SPÖ und Grüne dagegen. Die Figur war die letzten fünf Jahre im Stadtmuseum Nordico ausgestellt.

Studierende der Linzer Kunstuniversität hatten 2008 auf die Statue in dem kleinen Säulentempel auf dem Bauernberg aufmerksam gemacht. Recherchen der Stadt ergaben damals, dass die Statue des Bildhauers Wilhelm Wandschneider ein Abguss des Originals in der Berliner Reichskanzlei und ein Geschenk von Hitler an Linz gewesen war.

Daher entschloss sich die Stadt im selben Jahr, die Bronzefigur zu entfernen und im Depot des Linzer Nordico aufzubewahren. Das Bundesdenkmalamt stimmte 2010 zu, die Statue - die als Geschenk Hitlers eine Belastung für die Stadt sei - im Nordico für die Dauer von fünf Jahren zu belassen.

Aphroditetempel Linz, Bauernberg, Froschberg

Archiv Stadt Linz

Der Tempel wurde laut Archiv der Stadt Linz 1913 aufgestellt, von 1942 bis 2008 stand darin eine lebensgroße Bronzefigur der Aphrodite, welche sich auf eine Amphore stützt und gerade im Begriff ist ihr Gewand abzulegen. Das Linzer Exemplar ist laut Stadtarchiv ein Zweitguss nach einer verschollenen Fassung von Wilhelm Wandschneider

„Gehören Statue und Tempel zusammen?“

Diskutiert wird, ob die Statue und der Säulentempel untrennbar zusammengehören oder nicht. Laut Stadt Linz sei die Statue erst nachträglich 1942, auf Befehl Hitlers, in den Tempel gebracht worden. Daher könne die Statue auch woanders aufgestellt werden: und zwar aufgrund ihres historischen Kontextes mit Hitler am besten im Museum, wo sie im Rahmen bestimmter Ausstellungen, versehen mit einer Erläuterung, gezeigt werden könne.

ÖVP, FPÖ, NEOS für Aufstellung im Tempel

Laut Klubobmann Martin Hajart (ÖVP), wollen ÖVP, FPÖ und NEOS, dass die Statue wieder in den Säulentempel am Linzer Bauernberg zurückgebracht wird. Versehen allerdings mit einer Tafel, auf der die Geschichte der Figur erklärt werde. ÖVP, FPÖ und NEOS verfügen im Gemeinderat über eine Mehrheit.

Grüne: "... fatales Zeichen"

Laut Ursula Roschger, Klubobfrau der Grünen, ist eine erklärende Tafel aber zu wenig. Für die Friedensstadt Linz wäre es ein fatales Zeichen, das Geschenk eines Massenmörders im öffentlichen Raum auszustellen, sagte Roschger am Freitag gegenüber Radio Oberösterreich.

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