Konsequenzen im Welser Magistrat

Zwei Tage nach der Veröffentlichung des städtischen Kontrollberichts, der auch Fehler der Führungskräfte aufzeigt, werden in Wels Konsequenzen gezogen. Die betroffene Abteilung wird aufgelöst. Eine Kassierin im Freibad hat insgesamt 270.000 Euro unterschlagen.

Noch am Donnerstag wollte Bürgermeister Peter Koits (SPÖ), der Entscheidung der Disziplinarkommission nicht vorgreifen, trotz mehrfacher Nachfragen von Journalisten. Jetzt zieht das Stadtoberhaupt doch Konsequenzen nach den Vorfällen im Freibad „Welldorado“.

Beamte werden versetzt

Die betroffene Abteilung „Schulen, Jugend und Sport“ samt ihren Dienststellen, eine davon ist das Freibad, wird aufgelöst. Die beiden Vorgesetzten, welchen laut Kontrollbericht ein Versagen bei der Aufsicht zur Last gelegt wird, werden versetzt. Die beiden leitenden Beamten wussten bereits seit Mitte August 2014 von den Unterschlagungen durch die Kassierin. Gemeldet haben sie es nicht.

Durch anonymen Hinweis aufgedeckt

Sie wollten der Frau die Chance zur Wiedergutmachung geben und sonst Stillschweigen bewahren. Damals war allerdings nur von einer deutlich geringeren Summe die Rede. Erst durch eine anonyme Anzeige im November des Vorjahren bei der Magistratsdirektion, ist der Fall Ende November 2014 ins Rollen gekommen.

100.000 Euro war die erste vermutete Schadenshöhe, 270.000 sind es laut Kontrollbericht. Es könnte aber noch mehr werden. Die Mitarbeiterin war auch als Kassierin bei der Kunsteisbahn im Einsatz. Kommenden Dienstag startet die politische Aufklärung der Affäre. Der Kontrollausschuss des Gemeinderats befasst sich mit dem Thema.

Link: