Neue Linzer Donaubrücke präsentiert

Linz soll als Ersatz für die alte Eisenbahnbrücke eine Brücke erhalten, die von einem Pariser Architekturbüro entworfen wurde. Am Donnerstag wurden die Pläne der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Pariser Architekturbüro Marc Mimram hat sich durchgesetzt mit den Plänen für eine Fachwerksbrücke mit angedeuteten Bögen, die insgesamt auch sehr leicht wirkt, wie am Donnerstag bei der Präsentation hervorgehoben wurde.

Nur zwei Gegenstimmen

Die Stahlstruktur soll einerseits die Bedeutung der Stahlindustrie für Linz widerspiegeln, andererseits auch in gewisser Weise an die alte Eisenbrücke erinnern. Die 14-köpfige Jury sprach sich fast zur Gänze dafür aus, es gab nur zwei Gegenstimmen. Der Jury-Vorsitzende, Architekt Heinz Lang sagt: „Erinnern ist vielleicht zu direkt gesagt. Es sollte in einer bestimmten Art und Weise an einem Ort, an dem ein signifikantes Bauwerk jetzt doch 100 Jahre gestanden ist, etwas stehen, was dem ebenbürtig ist und vielleicht mit der Wahl dieser Konstruktion eine gewisse Reminiszenz hat. Das ist aber eine Interpretation einiger Jury-Mitglieder gewesen. Ob das so gewollt war, können wir schwer nachvollziehen, aber wir haben es als sehr schönes Motiv empfunden.“

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Fertigstellung voraussichtlich 2020

Läuft alles nach Plan, könnte die Brücke 2020 fertig sein, so der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ): „Es sind jetzt sämtliche Planungsschritte, Einreichplan und Baubewilligung notwendig, Ausschreibungen der Gewerke für die Firmen, und dazu bedarf es auch noch der Gemeinderatsbeschlüsse. Diese Vorarbeiten, würde ich sagen, sind mit zwei bis zweieinhalb Jahren zu veranschlagen. Und dann braucht man ebenfalls noch einmal zwei bis zweieinhalb Jahre für den Bau der Brücke, so dass man vom heutigen Zeitpunkt mit rund fünf Jahren rechnen muss. Ich glaube, dass die Entscheidung der Jury auch ein Angebot an Menschen ist, deren Herz an der alten Brücke hängt. Denn es ist eine moderne Brücke, aber eine, die durch ihre Erscheinungsform mit den Bögen eine Referenz an die alte Eisenbahnbrücke ist. Vielleicht erleichtert das manchen Menschen ihre emotionale Einstellung auch dahingehend zu verändern.“

Die Bauzeit würde zweieinhalb Jahre dauern, in dieser Zeit muss sich der Verkehr auf die anderen Brücken in Linz aufteilen. Das sei gewiss nicht einfach, so Bürgermeister Klaus Luger.

Eisenbahnbrücke über die Donau in Linz

fotokerschi.at/Werner Kerschbaummayr

Die alte Eisenbahnbrücke

Die Kosten für den Abriss der alten und den Bau der neuen Brücke sollen nach derzeitigen Planungen die gesetzte Obergrenze von 60 Millionen Euro nicht übersteigen.

Reaktionen zur neuen Brücke

„Das Ergebnis des Wettbewerbs für eine neue Brücke ist schlimmer als alle bisherigen Befürchtungen“, reagierte der Verein „Rettet die Eisenbahnbrücke“. Der Neubau könne die „alte Dame“ keinesfalls ersetzen.

Die Grüne Stadträtin Eva Schobesberger sagte, jetzt seien zukunftsfähige Lösungen für eine sanfte Mobilität auf dem Tisch. Jetzt liege es an Bürgermeister Luger, ein Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen.

FPÖ-Gemeinderat Werner Pfeffer sieht den Entwurf der neuen Brücke als einen, der es allen recht machen will. Seit allerdings klar ist, dass die bestehende Eisenbahnbrücke erhalten werden könne, brauche man kein neues Retro-Modell. Die FPÖ will weiterhin eine verbindliche Volksbefragung, bei der die Linzer selbst entscheiden sollen, ob sie die alte oder eine neue Brücke wollen.

Für die ÖVP sind nach wie vor, wie sie sagt, Charme und Tradition der alten Eisenbahnbrücke unersetzlich. Vizebürgermeister Bernhard Baier sagte angesichts des neuen Brückenmodells, dieses sei ein Versuch, die alte Eisenbahnbrücke zu kopieren. Die neue Brücken-Variante „steril und letztlich Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch“. Die ÖVP wehrt sich weiter gegen den Abriss der alten Eisenbahnbrücke.

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