Finale im „Objekt 21“-Prozess

Am Landesgericht in Wels wird am Montag das Verfahren gegen Mitglieder des rechtsextremen Netzwerks „Objekt 21“ fortgesetzt. Sieben Angeklagte müssen sich wegen Wiederbetätigung verantworten. Am Montag sollen die Urteile fallen.

Weil die Verteidigung am letzten Verhandlungstag am 25. Oktober neue Anträge gestellt hatte, wurde von der Richterin das Verfahren vertagt. Vor Gericht stehen sieben Männer im Alter zwischen 23 und 33 Jahren, alle bekannten sich nicht schuldig. Die sieben Angeklagten gelten als Mitglieder des kriminellen Netzwerks „Objekt 21“ aus dem Bezirk Vöcklabruck.

Straftaten im Rotlichtmilieu

Die Anklage wirft ihnen neben Straftaten im Rotlichtmilieu auch NS-Wiederbetätigung vor. Bei einer Polizeikontrolle 2009 war im Auto der beiden Hauptangeklagten eine Kiste mit Waffen und NS-Devotionalien gefunden worden.

„Der Führer hat immer recht“

An den bisherigen Verhandlungstagen schwiegen die Angeklagten die meiste Zeit und überließen das Reden ihren Anwälten. Ein Zeuge erklärte, dass man bei einer Hausdurchsuchung in Desselbrunn (Bezirk Vöcklabruck), dort hatte sich die Gruppe als vermeintlicher „Kultur und Freizeitverein“ in einem Bauernhof eingemietet, die Polizei eine Stunde lang nicht einließ. Diese Zeit nutzte man, um belastende Deko-Elemente zu verstecken. In dem Bauernhof, der dem Vater des Oskar-Preisträgers Stephan Ruschowitzky gehört, wurde unter anderem eine abgeänderte deutsche Reichskriegsflagge sichergestellt und an den Wänden prangten Sprüche wie „Der Führer hat immer recht“.

Ein anderer Zeuge beendete seine Aussage mit den Worten „Lasst euch nicht unterkriegen, alles für Deutschland“. Bei den Befragungen vor Gericht erklärten die Angeklagten, dass ihnen Nazi-Armbinden oder Hitlergruß nicht aufgefallen seien, und sie die Bedeutung ihrer Tätowierungen, zumeist Motive mit rechtem Hintergrund, nicht kennen.

Bis zu zehn Jahre Haft

Am Montag soll in dem Verfahren in Wels ein Urteil fallen. Den Beschuldigten drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft.

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