Weiter Ermittlungen gegen Polizisten

In Widersprüche verstrickt sich jener Polizist, der mit seiner Frau wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs festgenommen wurde. Das Paar sitzt in U-Haft, weil es auf einem Video bei sexuellen Handlungen gezeigt wird, in die auch eines der eigenen Kinder integriert ist.

Ein Kleinkind involviert in die Sexspiele seiner Eltern. Diese mitgefilmte Szene des Paares spricht für einen sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Unter diesem Begriff versteht die Rechtsprechung ein unsittliches Berühren eines Kindes oder die Aufforderung einen Erwachsenen dementsprechend anzugreifen.

Inhaftierter versteht die Aufregung nicht

Der inhaftierte Polizist versteht die Aufregung laut Staatsanwaltschaft Linz nicht. Er sieht in dieser Handlung kein Vergehen. Sehr wohl mittlerweile jedoch darin, dass er kinderpornografische Bilder aus dem Internet heruntergeladen hat. Solche Fotos hat er auch von den eigenen Kindern gemacht. Diese nach seinen Angaben aber nicht ins Netz gestellt.

Die Ermittler arbeiten sich in diesen Tagen durch eine große Datenmenge an Bildmaterial. Die ebenfalls inhaftierte Ehefrau des Mannes, selbst Polizistin, soll nach derzeitigem Ermittlungsstand mit den kinderpornografischen Bildern nichts zu tun haben. Sie muss sich jedoch auf jeden Fall auch für das Video verantworten.

Ermittlungen, ob es Mitwisser gegeben hat

Der SPÖ-Polizeisprecher und Landtagsabgeordnete Hermann Krenn fordert eine lückenlose Aufklärung. Er ist selbst Polizist und bestätigt, dass auch im beruflichen Umfeld der Verdächtigen erhoben werde, ob es Mitwisser gab. Das sei wichtig, um die Kollegen der Linzer Polizei gegen Generalverdächtigungen zu schützen, sagt Krenn.

„Der Markt boomt“

Die Kinder- und Jugendanwältin des Landes, Christine Winkler-Kirchberger, meint vor dem Hintergrund dieses Falls, gerade das Internet habe in den vergangenen Jahren bei der Verbreitung von Kinderpornografie eine entscheidende Rolle gehabt: "Während noch vor 20 Jahren kinderpornografische Darstellungen vor allem über Fotografien weitergegen wurden, ist die Zunahme natürlich jetzt durch das Internet massiv. Es ist ein sehr großer und boomender Markt. Oft steckt auch wirtschaftliches Interesse dahinter. Das Internet hat die ganze Sache auch sehr anonym gemacht.

Bub hatte Speicherkarte gefunden

Ans Tageslicht gekommen war die Causa - wie berichtet - durch einen Zufall: Ein Bub hat in einer Therme eine verlorene Speicherkarte mit bedenklichen Fotos gefunden und zur Polizei gebracht.

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