Fucking erhitzt die Gemüter

In der Gemeinde Tarsdorf im Innviertel liegt ein Ortsteil mit dem Namen „Fucking“. Dieser vor allem im englischen Sprachraum geschmähte, aber doch oft verwendete Ausdruck sorgt seit vielen Jahren für Ärger in der sonst so idyllischen Gemeinde.

Englisch ausgesprochen wird der alte bajuwarische Name zu einem beliebten Schimpf- und Füllwort mit erotischem Hintergrund. Die Fuckinger kommen aus dem Ärgern nicht heraus. Immerhin haben bereits mindestens 13-mal irgendwelche Spaßvögel die Ortstafel umgeschnitten und als Souvenir mitgehen lassen.

Ortsschilder von Fucking

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Kreative Schreibweisen

Die Haustafel einer Anrainerin wurde erst vor kurzem in einer nächtlichen Aktion abgeschraubt. Die gute Frau griff nun zur Selbsthilfe und ließ auf ihre neue Tafel den Ortsnamen mit zwei „g“ schreiben. Sie hofft nun, endlich in Frieden das Dasein in dem idyllisch ruhigen Fucking verbringen zu können.

Ein paar Bauernhäuser, eine friedliche Versammlung von Gartenzwergen und Kinder, die mit Hühnern, Kätzchen und einem lammfrommen Hofhund aufwachsen und statt Internetsurfen am liebsten auf der Bauernwiese schaukeln. Mehr ist nicht los in dem beschaulichen, kleinen Innviertler Ort.

Ortsschilder von Fucking

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An Ortstafel gekettet

Doch es kann der friedfertigste Zeitgenosse nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Verbalerotiker und Oberscherzbold nicht gefällt. Immer öfter würden jetzt auch Einheimische aus der Region kommen, sich halbnackt ausziehen und vor der Ortstafel fotografieren und filmen lassen, wird geklagt. Eine junge Frau soll sich sogar schon an eines der Fucking-Ortssschilder kettet haben. Einfach „ausgschamt“ sei das, ist man sich im Ort einig.

Ortsschilder von Fucking

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Namensänderung wird diskutiert

Manch einer sehnt sich ins 16. Jahrhundert zurück, als sich Fucking noch mit einem „g“ statt dem „ck“ in der Wortmitte schrieb. Seitens der Gemeinde Tarsdorf ist man inzwischen sogar bereit, auf breiter Basis über eine Änderung der Schreibweise des Ortsnamens zu diskutieren. Zunächst sollten sich jedoch einmal die Fuckinger einig sein, ob sie das überhaupt möchten, so Bürgermeister Franz Meindl.

Niederösterreich hat ein Fugging

Im niederösterreichischen Fugging zeigt man sich stolz und selbstbewusst. Ist es dort doch mittlerweile mehrere Jahrhunderte her, dass sich der Ort einst mit „ck“ schrieb. Mehr dazu in Fugging war auch einmal Fucking (noe.ORF.at)