Gimbachtal
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9 Plätze 9 Schätze

Gimbach im Weißenbachtal ist Landessieger

Oberösterreich hat gewählt und schickt den Gimbach im Weißenbachtal als Oberösterreich-Vertreter bei der live ORF-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ am Nationalfeiertag in Wien ins Rennen. Die jeweiligen Landessieger wurden im Rahmen einer Pressekonferenz im ORF-Zentrum in Wien präsentiert.

Der Gimbach im Weißenbachtal hat sich beim OÖ-Voting gegen den Grünberg mit seinem Laudachsee und das Kößlbachtal durchgesetzt und tritt am 26. Oktober 2021 um 20:15 Uhr in der ORF Show „9 Plätze – 9 Schätze“ gegen die Vertreter der acht anderen Bundesländer an.

Und vielleicht holt der romantische Ort den Titel „Der schönste Platz Österreichs“ – wie damals 2018 der Schiederweiher in Hinterstoder – wieder nach Oberösterreich.

Unbewohnt, ruhig und naturbelassen

Das Weißenbachtal ist ein Durchgangstal, das den Attersee mit dem Trauntal zwischen Bad Ischl und Ebensee verbindet und südlich des Höllengebirges verläuft. Dieses Tal weist eine Besonderheit auf, die man im zersiedelten Österreich heute kaum noch findet: Es ist vollkommen unbewohnt, abgesehen von den Taleingängen natürlich. Unbewohnt heißt nicht unbewirtschaftet oder gar unerschlossen. Neben forstwirtschaftlicher Nutzung gibt es auch Steinbrüche und die recht stark befahrene Straße, die das Tal durchzieht. Aber abgesehen davon findet man keine menschliche Zivilisation auf einer Länge von immerhin zwölf Kilometern. Umso ruhiger und naturbelassener zeigt sich dieses Tal.

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Einen Teil des Holzes, das man einst zur Salzversiedung benötigte, bezog man aus den Wäldern um den Attersee. Vor der Wasserscheide im Weißenbachtal hievte man die Stämme mit einem Aufzug empor und ließ sie auf der anderen Seite über sogenannte Holzriesen zum Mitterweißenbach hinabrutschen. Dort mündet übrigens der Höllbach, dem das Höllengebirge seinen Namen verdankt. Folgt man seinem Lauf, dann steht man plötzlich in einem wilden Felskessel. Die Schinderei der Holzknechte muss dort wirklich höllisch gewesen sein.

Im Weißenbachtal verbergen sich bezaubernde Wasserwunder – und herrliche Schotterbänke, die sich perfekt zum Träumen, Picknicken und Spielen im glasklaren Wasser eignen. Ein bekanntes Ziel sind auch die Gimbach-Kaskaden.

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Der Gimbach entspringt im südlichen Höllengebirge, in der Gemeinde Steinbach am Attersee, und mündet in den Äußeren Weißenbach, der wiederum in den Attersee mündet. Er fällt über Kaskaden von der Südflanke des Höllengebirges über rund 200 Höhenmeter Richtung Äußerer Weißenbach.

Mehrere Wasserfälle, die in Gumpen von zwei bis sieben Meter Tiefe münden, bilden ein schönes Naturschauspiel. Manche dieser Gumpen enthalten entwurzelte Bäume, andere Gumpen wiederum sind fischreich.

Flusstauchen und Canyoning

Beeindruckend ist der Lauf des Gimbachs: schmale, tief in den Fels geschliffene Strömungsläufe wechseln sich mit zahlreichen Mäandern ab – und dazwischen immer wieder die Gumpen. Das macht den Bach auch für Taucher sehr interessant. Flusstauchen ist hier nicht nur möglich, sondern auch einzigartig schön.

Mit der richtigen Ausrüstung ist eine Canyoningtour auch von jüngeren Abenteurern zu meistern. Nachwuchs-Canyonauten ab zehn Jahren können sich unter fachkundiger Anleitung in dieses aufregende Vergnügen stürzen. Die Tour führt über mehrere Kaskaden des Baches, die durch Rutschen und Springen überwunden werden.

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Im Jahr 2006 wurden u. a. der Attersee sowie Teile des Weißenbachtals dem Europaschutzgebiet Natura 2000 zugewiesen. Das Hauptziel des Europaschutzgebietes ist es, natürliche Lebensräume zu bewahren und dauerhaft zu sichern. In der Umgebung sind zahlreiche naturgeschützte Pflanzen und Fischarten beheimatet.

Interessant ist auch die wechselnde Farbe des Gimbachs, denn sie richtet sich nach der Dauer der Schönwetterphase. Nach sehr langen Trockenperioden schimmert der Bach grün, nach regnerischem Wetter zeigt er sich in einem gelblichen Ton.

Der Nixenfall

Interessantes gibt es über den Nixenfall im Weißenbachtal zu berichten, denn hier wohnt der Sage nach die Nixe Adhara. Sie schenkte einst den Bewohnern Gold und viele Edelsteine.

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Doch die Bewohner wurden gierig und neidisch, weshalb sich Adhara vergrämt in die Schlucht „Fallend Wasser“ zurückzog. Seither versteckt sie sich hinter dem Wasserfall, der Nixenfall genannt wird. Das Wasser stürzt hier rund 50 Meter tief in einen kleinen Weiher. Ein metallenes Nixenbild an der Felswand erinnert an Adhara.