Beschlagnahmte Pyrotechnik
APA/Robert Jaeger
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chronik

Aufklärung über ausländischen „Pyroschrott“

Polizei, Wirtschaftskammer und das Kuratorium für Verkehrssicherheit haben am Montag ihre gemeinsame Kampagne „Lass es krachen! Aber richtig!“ in Linz vorgestellt. Man wolle zur Hauptsaison rund um Silvester gegen den „billigen Pyroschrott aus dem benachbarten Ausland“ verstärkt vorgehen.

Laut Manuel Scherscher vom Bundeskriminalamt seien ausländische Raketen beim unsachgemäßen Umgang wie „Bomben“. In Foldern, die ab dieser Woche in allen Polizeiinspektionen aufliegen, und via Social Media werden Infos gegeben, was in Österreich im Umgang mit Pyrotechnik ab welchem Alter erlaubt ist und was nicht.

Sicherheit bei Produkten aus Österreich

So dürfen die Kategorien F3 und F4 nur von fachkundigem Personal gezündet werden. Die Kategorie F2 ist erst für Jugendliche ab 16 Jahren erlaubt, Kategorie F1 für Kids ab zwölf Jahren. Die Wirtschaftskammer betonte, dass die im österreichischen Fachhandel gekauften Artikel sicher seien und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Schwerpunktkontrollen Richtung Tschechien und Slovakei

Doch Prävention durch Aufklärung sei nur ein Teil der Kampagne. Mit Schwerpunktkontrollen vor allem Richtung Tschechien oder der Slowakei wolle man jene Käufer aus dem Verkehr ziehen, die meist an Straßenständen im benachbarten Ausland die hier verbotenen Feuerwerkskörper erstanden haben, hieß es in der Pressekonferenz am Montag.

Schwere Verletzungen durch falsche Handhabe

In Oberösterreich habe man bereits Anfang Oktober mit Blick auf Halloween mit den Schwerpunktaktionen gestartet, berichtete der stellvertretende Landespolizeidirektor Rudolf Keplinger. Vergangenes Jahr wurden gut 600 Kilo illegale Pyrotechnik aus dem Ausland in Oberösterreich sichergestellt, was 40 Kilo Sprengstoff entspreche, führte Keplinger aus. Heuer seien es bisher 26 Kilo gewesen und damit rund zwei Kilo Sprengstoff. Den Kontrolldruck an den Grenzen zu erhöhen, sei auch eine effektive Gesundheitsvorsorge, meinte Bundespolizeidirektor Michael Takacs. Jedes Jahr gebe es abgerissene Gliedmaßen, massive Gehörverletzungen oder sogar Tote wegen zu früh gezündeten Feuerwerkskörpern. Aber auch strafrechtliche Konsequenzen drohen.