Bahnhofbaustelle in Baumgartenberg
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Wirtschaft

Großinvestitionen in Schienennetz

Das Schienennetz in Oberösterreich wird aktuell im großen Stil modernisiert und ausgebaut. Auf fast allen Bahnstrecken rollen jetzt im Sommer die Bagger. Das Land Oberösterreich und die ÖBB investieren dafür mehr als 300 Millionen Euro.

Ein Beispiel ist Baumgartenberg im Bezirk Perg. Exakt 72 Tage hat das Team Zeit, um hier einen neuen Bahnhof zu bauen. Dann ist Schulbeginn und die Züge müssen wieder fahren können. Eine Mammutaufgabe. Denn hier im Machland muss sogar der Boden bearbeitet werden, bevor Schienen verlegt werden können.

Bahnhofbaustelle in Baumgartenberg
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Bahnhofbaustelle in Baumgartenberg

„Wir mischen diesen Boden mit einem Kalk-Zement-Gemisch, walzen das ab und das wird in etwa so hart wie Beton. Es fahren da Lasten von mehr als 18 Tonnen pro Achse und das muss der Boden natürlich aushalten“, sagt der Projektkoordinator Andreas Gaith.

Andreas Gaith, Projektkoordinator der ÖBB
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„Ich mache das Geschäft jetzt schon seit 25 Jahren. Da geht der Puls nicht mehr über hundert.“ Andreas Gaith, Projektkoordinator

Deadline: Schulbeginn

Um den straffen Zeitplan einhalten zu können, wird in Baumgartenberg aktuell mit einer Sechs-Tage-Woche gearbeitet. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Für Fehler ist kein Platz. Das würde den Zeitplan gefährden, bis Schulbeginn wieder voll in Betrieb gehen zu können.

Elf Millionen Euro für Almtalbahn

Auch im Almtal wird im großen Stil gebaut. Allein in die Almtalbahn werden heuer elf Millionen Euro investiert. Ein Beispiel ist Pettenbach. Auch hier wird ein neuer Bahnhof gebaut. Im Gegensatz zum alten barrierefrei.

Bahnhofbaustelle in Pettenbach
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Großbaustelle in Pettenbach

Hier im Almtal ist vor allem die Logistik eine Herausforderung. Vor drei Jahren hat man deshalb schon mit der Planung begonnen. „Wir haben hier unzählige Tonnen Schotter, die verbaut werden. Das muss im Vorfeld alles schon angeliefert und an seinem Platz sein“, schildert Martin Auinger vom Anlagen-Service-Center Wels der ÖBB.

Martin Auinger, Leiter des Anlage-Service-Center Wels, ÖBB
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„Am Tag X muss die gesamte Logistik perfekt funktionieren.“ Martin Auinger, ÖBB

Regionalbahnen sollen attraktiver werden

Insgesamt stecken das Land Oberösterreich und die Bundesbahnen mehr als 300 Millionen Euro in die Schieneninfrastruktur. Unter anderem in die Regionalbahnen. Teil einer größeren Strategie, um den Zug als Verkehrsmittel zu stärken. „Mit attraktiven Regionalbahnen kann man möglichst ortsnahe schon in den Zug einsteigen und dann vielleicht auch mal weitere Strecken reisen. Etwa nach Wien oder mit dem Nightjet in den Urlaub“, sagt ÖBB-Sprecher Klaus Baumgartner.