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Wirtschaft

Weiter Wirbel um Düngerdeal

Wirbel herrscht weiter um den Verkauf des Stickstoffgeschäfts der Borealis an den tschechischen Konzern Agrofert. Der Betrieb im Linzer Chemiepark könnte laut Insidern durch die aktuell eng verflochtene Kooperation der dort angesiedelten Unternehmen mit Agrolinz gefährdet sein, berichteten die „Oö. Nachrichten“ am Samstag.

Demnach könnte der Agrofert-Eigentümer, Tschechiens Ex-Ministerpräsident Andrej Babis, den neu erworbenen Standort in der Landeshauptstadt für eine „Swing Production“ (Pendelproduktion) nutzen. Dabei würde bei einem hohen Düngemittelpreis wie aktuell der Konzern alle seine drei Standorte nutzen, von denen zwei in Tschechien liegen und der dritte in Linz. Bei einem Zyklustief würde die Anlage in Oberösterreich als teuerster Produktionsstandort stillgelegt.

„Anlagenverbund“

Das würde wiederum andere im Chemiepark angesiedelte Unternehmen wie Thermo Fisher, Nufarm, Takeda, Esim und Vertellus betreffen, die in einem „Anlagenverbund“ miteinander abgestimmt sind. Produkte aus der Düngemittel- und Melaminerzeugung werden von diesen Unternehmen als Hilfs- und Betriebsstoffe auf dem Chemiepark genutzt. Beispielsweise wird Wasserdampf in anderen Unternehmen für deren Produktionsprozesse benötigt. Die hochkomplexen Verbindungen reichen laut Zeitungsbericht bis ins benachbarte Voest-Gelände.

NÖ-Bauernbund lässt Borealis-Deal rechtlich prüfen

In Niederösterreich sei man daher auch verwundert, dass es von der oberösterreichischen Landespolitik keine Bedenken gegen diesen großen industriepolitischen Einschnitt gebe. Im benachbarten Bundesland fahren dafür die Bauernvertreter nun schwere Geschütze auf: Der Niederösterreichische Bauernbund unter seinem Obmann LH-Stv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und dem Bauernbunddirektor Paul Nemecek beauftragten eine Berliner Anwaltskanzlei damit, den EU-Kartellanwalt einzuschalten. Auch eine Prüfung durch ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Kocher im Rahmen des Investitionsschutzgesetzes wäre gerechtfertigt, hieß es.

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