Bernegger Pumpspeicherkraftwerk
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Wirtschaft

Kraftwerk in Molln vor Bau

Nach fast 20 Jahren Planungszeit ist das Pumpspeicherkraftwerk Molln jetzt auf der Zielgerade. Der Ukraine-Krieg und die Strompreise haben Schwung in das Projekt gebracht und Investoren angelockt. Kommendes Jahr soll der Baustart erfolgen.

Genehmigt wurde das Kraftwerk vom Land Oberösterreich schon vor elf Jahren. Jetzt steht Bauunternehmer Kurt Bernegger kurz davor, sein Pumpspeicher-Projekt Pfaffenboden, direkt neben dem Werk der Baugruppe Bernegger in Molln, auch wirklich umzusetzen. Letzte Probleme mit dem Netzzugang seien ausgeräumt. Aktuell würden daher Gespräche mit fünf internationalen Investoren laufen, die bereits weit fortgeschritten seien. Der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Turbulenzen bei der Energieversorgung hätten die Suche nach Geldgebern deutlich vereinfacht, so Bernegger.

Baukosten stark gestiegen

Zuletzt seien mögliche Investoren ins Spiel gekommen, die bisher gar nicht für denkbar gehalten wurden. Das Interesse an dem Projekt habe in den vergangenen drei Monaten spürbar zugenommen, schildert der Bauunternehmer. „Die Luft ist anders, als noch vor einem halben Jahr“, sagt Bernegger, der sich in den kommenden Wochen für einen der fünf Investoren entscheiden will. Alle fünf Geldgeber seien international tätig, nur einer habe seinen Sitz in Österreich. Der Investor muss jedenfalls mehr Geld mitbringen, als ursprünglich veranschlagt.

Das liege vor allem am höheren Stahlpreis, sagt Bernegger. Der habe die Baukosten in die Höhe getrieben. Gerechnet wird jetzt mit 400 Millionen Euro, die die Umsetzung des Pumpspeichers samt Turbine kosten soll. Die entsprechenden Verträge aufzusetzen werde noch etwa ein halbes Jahr dauern, dann könne mit dem Bau begonnen werden. Ein Baustart ist aktuell für kommendes Jahr geplant, eine Fertigstellung im Jahr 2028.

Speichersee in Kiesgrube

Kern des Projekts ist ein Speichersee in einer ehemaligen Kiesgrube, der einmalig mit Wasser aus der Steyr befüllt werden soll. Das Kraftwerk pumpt dann Wasser aus diesem See in fünf Tunnel im Berg, direkt hinter dem bestehenden Steinbruch Pfaffenboden, so der Plan. Dadurch soll der Berg zum Energiespeicher werden. Wenn Strom gebraucht wird, kann das Wasser über eine Turbine wieder abgelassen werden. Schon im Jahr 2011 wurde das Projekt vom damaligen grünen Umweltlandesrat Rudi Anschober, unter dem früheren Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) genehmigt. Seither wartet es auf Umsetzung.