Brot und Getreide
peterschreiber.media – stock.adobe.com
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Wirtschaft

Teurer Weizen treibt Brotpreis in die Höhe

Von noch nie dagewesenen Preissteigerungen sprechen die heimischen Bäcker. Der Einkaufspreis für Weizenmehl habe infolge des Krieges in der Ukraine und eines Exportstopps in Indien um rund 70 Prozent angezogen.

Dazu komme, dass Verpackungsmaterial aus Papier, das auch für Backwaren benötigt wird, knapp sei, so Reinhard Honeder, Vorsitzender der Bäcker in der Wirtschaftskammer. Die Preise für Brot und Gebäck seien in den vergangenen Monaten bereits in manchen Geschäften gestiegen. „Ich glaube, dass jeder Kollege, jede Kollegin die Preise anziehen muss, sofern sie das nicht schon gemacht haben.“

Ackerbau in Oberösterreich

In Oberösterreich gibt es laut Agrarmarkt Austria rund 288.000 Hektar Ackerfläche. Davon wird auf knapp 118.000 Hektar Getreide angebaut, auf 46.000 Hektar davon Weizen. Dahinter liegt die Wintergerste und auf Platz drei folgt der Anbau von Triticale, das vor allem als Futtermittel eingesetzt wird.

Österreich bei Weizen autark

Er glaube aber nicht, dass die Teuerung in einem Ausmaß stattfinden werde, das Brot und Gebäck unerschwinglich mache, so Honeder. Österreich sei, was Weizen betreffe, autark. „Ich bin mir ganz sicher, dass wir in Österreich genug Weizen haben, um die österreichische Bevölkerung zu ernähren mit Brot und Backwaren.“

Weizen so teuer wie nie

In anderen Staaten und Kontinenten könnte Weizen aufgrund des Krieges in der Ukraine und des Exportstopps in Indien aber knapp werden. Auch, wenn Oberösterreich seinen Bedarf sogar dreimal decken könnte, hinterlassen die weltweiten Entwicklungen auch hierzulande Spuren, so Martin Bäck, Referent für Ackerbau in der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Mähdrescher beim Ernten von Winterweizen einer Dammkultur
APA/HARALD SCHNEIDER
Österreich kann sich mit Weizen selbst versorgen. Die hohen Preise am Weltmarkt schlagen sich aber auch hierzulande nieder

„Die Welt ist kein Dorf mehr, sondern sie ist globalisiert. Alle Preise, ob es jetzt Weizen ist oder auch die Vorkosten der Landwirte, hängen von internationalen Märkten ab“, so Bäck. Spekulationen am Weltmarkt würden ihren Teil dazu beitragen. Am Montag kostete eine Tonne Weizen an der Börse so viel wie noch nie.

Auch Produktion teurer geworden

Für die Landwirte sind die hohen Getreidepreise nicht nur Grund zur Freude. Das sei die eine Seite der Medaille, so Reinhard Födermayr, Landwirt aus Hargelsberg (Bezirk Linz-Land). „Die Kehrseite der Medaille ist, dass gleichzeitig die Düngerpreise, die Spritpreise und die Maschinenpreise auch sehr hoch sind derzeit“, so Födermayr. Er überlege, ob er im Herbst überhaupt noch Weizen anbauen oder lieber auf Soja setzen solle. Das benötige keinen teuren Stickstoffdünger.