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RLB OÖ
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Wirtschaft

Schaller befürchtet noch höhere Inflation

Der Chef der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ), Heinrich Schaller, befürchtet, dass 2022 die prognostizierte Inflationsrate von 5,6 Prozent höher ausfällt und das vorhergesagte Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent kaum erreicht wird.

Die Annahmen „stimmen nicht“, meinte er am Freitag in Linz. Der Krieg in der Ukraine sowie das Abriegeln von Großstädten Chinas wegen der Pandemie lasse Lieferketten abreißen. Er sei daher nicht so „positiv eingestellt wie andere“.

Schaller will keinen Gaslieferstopp aus Russland

Den Forderungen nach einem Gaslieferstopp aus Russland erteilte er ein deutliche Absage. Wer diese wolle, „weiß über die aktuelle Wirtschaftssituation in Österreich nicht Bescheid“. Ein Stopp würde massive Einschränkungen für große Industriebetriebe bedeuten. Und: „Wenn die Industrie Probleme hat, haben alle Zulieferbetriebe auch Probleme“, erklärte er in der Bilanzpressekonferenz. Nachdem die RLB OÖ die Kernkaptalquote 2021 um 0,5 Prozentpunkte auf 16 Prozent ausbauen konnte, meinte Schaller, sein Geldinstitut müsse sich „nicht vor der Zukunft fürchten“.

Konzernbilanzsumme überschritt 50-Mrd-Euro-Schwelle

Nicht so pessimistisch fiel sein Gesamtrückblick auf das Geschäftsjahr 2021 aus. Trotz Coronapandemie-bedingter Unsicherheiten (Rohstoffknappheit, Lieferengpässe) habe es einen Konjunkturaufschwung gegeben. Der „Neustart“ der Wirtschaft bescherte der Bank laut Schaller ein „hervorragendes Ergebnis“. So ging der Gewinn (nach Steuern) von 2020 auf 2021 um 302 Mio. Euro auf 464,9 Mio. Euro nach oben. Das Betriebsergebnis stieg erneut um knapp 19 Prozent auf 429,9 Mio. Euro an. Und die Konzernbilanzsumme überschritt erstmals mit 51,4 Mrd. Euro die 50-Mrd-Euro-Schwelle.

Zuwächse bei Finanzierungen

Sowohl Zuwächse bei den Finanzierungen als auch den guten Verlauf der Beteiligungsgeschäfte der Bank machte Schaller für das Abschneiden im operativen Geschäft verantwortlich. So sind die Betriebsmittelfinanzierungen vergangenes Jahr um 5,9 Prozent und die Investitionsfinanzierungen um 2,1 Prozent gestiegen und machten in Summe 25,3 Mrd. Euro aus. Der Zinsüberschuss ging um 1,5 Prozent auf 429 Mio. Euro nach oben und der Provisionsüberschuss wuchs um 5,1 Prozent auf 199,1 Mio. Euro.

Das Ergebnis aus at-equity-bilanzierten Unternehmen stieg zum Vorjahr um 49,9 Mio. Euro auf 134,6 Mio. Euro. In dem Posten sind unter anderem die für die Bank wichtigen Beteiligungen an voestalpine, Raiffeisenbank Prag und Hypo OÖ sowie der Raiffeisen Bank International (RBI) erfasst. Der positive Beitrag der voestalpine fiel im Gegensatz zu 2020 (plus 80,1 Mio. Euro) im vergangenen Geschäftsjahr mit 56,2 Mio. Euro aber geringer aus. Trotz des operativen Gewinns von gut 80 Mio. Euro habe mit Jahresabschluss eine Wertberichtigung auf den niedrigeren Börsenkurs bei den Anteilen an der voestalpine von 24,5 Mio. Euro vorgenommen werden müssen, so der RLB OÖ Chef. Die RBI-Beteiligung – mit 9,5 Prozent – bescherte hingegen einen Verlust von 4,2 Mio. Euro, 2020 Jahr waren es aber noch 39,2 Mio. Euro.

Auch Raiffeisenbanken in OÖ gutes Geschäft gemacht

Auch Raiffeisenbanken in Oberösterreich machten vergangenes Jahr ein gutes Geschäft. Der Jahresüberschuss (vor Rücklagenbewegung) kletterte von 132,9 Mio. Euro (2020) auf 212,6 Mio. Euro, das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) stieg um knapp 55 Prozent auf 266,3 Mio. Euro. Konsolidiert – also das Ergebnis der Raiffeisenbanken und der RLB OÖ gemeinsam – steigerte die Gruppe das EGT um 75 Prozent auf 600 Mio. Euro.