Pflegekraft wäscht Arm von altem Menschen
leno2010 – stock.adobe.com
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Politik

Land will Pflegeberuf attraktiver machen

Oberösterreich plant mit einer Fachkräftestrategie mehr Menschen für einen Einstieg in den Pflegeberuf zu gewinnen. Erste Maßnahmen sollen Ende des Jahres umgesetzt werden. Auch die Arbeitsbedingungen sollen verbessert werden.

Auch wenn Details zur Finanzierung noch fehlen, haben Oberösterreichs Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sowie Oö. Städtebund-Vorsitzender Klaus Luger (SPÖ) und Gemeindebundpräsident Hans Hingsamer (ÖVP) am Freitag in einer Pressekonferenz die „Oö. Fachkräftestrategie Pflege“ vorgestellt. Mit ihr sollen einerseits mehr Fachkräfte für den Beruf gewonnen und andererseits die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Großer Bedarf an Personal

Bis 2030 würden statt derzeit 7.500 rund 9.000 Vollzeitäquivalente benötigt, um den Bedarf aufgrund der demografischen Veränderungen zu decken, führte Hattmannsdorfer die Notwendigkeit der Fachkräftestrategie aus. Schon derzeit können 600 Betten in Alten- und Pflegeheimen wegen Personalnot nicht belegt werden.

Konkret sehen die Pläne drei Handlungsbereiche vor: Die Gewinnung von Fachkräften, Ausbildung und Qualifikation sowie Arbeitsorganisation und Aufgabenstruktur. Zu diesen Themenfeldern sollen Experten bis August Maßnahmenvorschläge erarbeiten, von denen die ersten dann Ende des Jahres umgesetzt werden sollen – man wolle „relativ schnell ins ‚Doing‘ kommen“, so Hattmannsdorfer.

Luger Hattmannsdorfer Hingsamer
Land OÖ/Vanessa Ehrengruber
Klaus Luger (SPÖ), Wolfgang Hattmansdorfer (ÖVP), Hans Hingsamer (ÖVP (v.l.n.r.)

Stipendien für Umsteiger

Luger betonte, man wolle den „pragmatischen Weg einer Teillösung gemeinsam beschreiten“, denn Oberösterreich alleine könne nicht die gesamte Problemlösung erfüllen. Insbesondere wolle man Umsteiger ansprechen, denen es mit 30, 35 Jahren oft nicht mehr ohne finanzielle Absicherung möglich sei, die in der Regel zweijährige Ausbildung zu absolvieren. Hingsamer bekräftigte: „Ein ganz wesentlicher nächster Schritt ist das Thema der Fachkräftestipendien, der Unterstützung der Umschulungen, weil wir merken, dass viele am zweiten Bildungsweg bereit sind, diesen Beruf zu ergreifen.“

Konkrete Details betreffend die Finanzierung der geplanten Maßnahmen wurden nicht genannt. Allerdings forderten Hattmannsdorfer, Luger und Hingsamer den Bund auf, den in Aussicht gestellten 50-Millionen-Euro-Topf für Ausbildungen sofort freizugeben.

Frage der Finanzierbarkeit

Lob kommt dafür von der FPÖ. Die SPÖ hofft, dass gute Vorschläge nicht an der Finanzierbarkeit scheitern. Die Gesundheitssprecherin der oö. Grünen, Ulrike Schwarz, kritisierte in einer Stellungnahme, dass ebendiese Finanzierung auf solide Beine gestellt werden müsse: „Es hilft uns wenig, diese Frage endlos zwischen Bund, Land und Gemeinden wie eine heiße Kartoffel hin und her zu schieben“.

Zudem betonte sie, dass der Personalschlüssel der stationären Langzeitpflege aufgrund des Anstiegs an demenziellen Erkrankungen überdacht werden müsse – ein Thema, das auch für Hattmannsdorfer, Luger und Hingsamer diskutiert gehört.