Johann Kalliauer
AK OÖ / Wolfgang Spitzbart .
Wolfgang Spitzbart / AKOÖ
Politik

Kalliauer übergibt nach 18 Jahren

Johann Kalliauer, der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich geht in Pension. Am Mittwoch soll bei der Vollversammlung sein Nachfolger gewählt werden. Am Dienstag zog Kalliauer Bilanz über seine 18 Jahre als oberster Arbeitnehmervertreter in Oberösterreich.

„Kein Problem der Arbeitnehmer ist zu klein, um nicht beachtet zu werden“, das sei während seiner politischen Tätigkeit immer einer seiner Grundsätze gewesen, so der scheidende Arbeiterkammerpräsident, der am Dienstag statt einer geplanten Abschlussfeier eine Online-Pressekonferenz abhielt. 18 Jahre lang war Kalliauer Präsident der Arbeiterkammer in Oberösterreich. Bei seiner Bilanz verwies er unter anderem auf Instrumente wie den Arbeitsklimaindex, den Frauenmonitor oder den Kinderbetreuungsatlas, die mittlerweile österreichweit Grundlagen für öffentliche Diskussionen seien.

Erfolge und Niederlagen

„Es ist wichtig, ständig den Kontakt zu den Mitgliedern zu haben“, sagte Kalliauer in der Online-Pressekonferenz. Das sah er auch als seinen größten Erfolg, „dass die AK in den 18 Jahren an Akzeptanz bei den Mitgliedern weiter gewonnen hat“ und ein Image geschaffen wurde, „dass wir eine Organisation sind, die sich dynamisch weiterentwickelt“. Stolz sei er auf den hohen Frauenanteil von inzwischen 70 Prozent im gesamten Haus. Keine Freude bereitet habe ihm „dass wir die Zerschlagung der OÖGKK nicht verhindern konnten“ sowie die Entmachtung der Arbeitnehmer.

Er sei ein „Bekenner der Sozialpartnerschaft, aber nicht um jeden Preis“. Er bereue keines von den Videos, die zur Diskussion und sogar zum Aussetzen der Zusammenarbeit seitens der Wirtschaftskammer geführt hatten, auch nicht das „berühmt-berüchtigte Schwarzbuch“. Dieses wurde zugunsten einer Clearingstelle, „die die Chance hat, zu beweisen, dass es funktioniert“, ausgesetzt. Es könne sich sehen lassen, was die Sozialpartnerschaft zuletzt auf die Reihe gebracht habe, die Initiative „Du kannst was“ im Ausbildungsbereich und gemeinsam mit AMS und Land OÖ die Coronastiftung.

Richtiger Moment

Er habe nicht vor, weiter politisch tätig zu sein, „aber 45 Jahre Gewerkschaft kann man nicht einfach wegwischen und ich kann nicht garantieren, dass es mich manchmal zerreißt und ich etwas sagen werde.“ Im Aufsichtsrat der BBRZ-Gruppe wird Kalliauer bleiben und dort den Vorsitz übernehmen. Ansonsten will er „all das erledigen, das ich aufgeschoben habe“ und mehr auf seine Gesundheit schauen.

Das Umfeld habe sich in den vergangenen 18 Jahren deutlich verändert. In dem Gespräch nach der Presskonferenz betonte Kalliauer, dass er zwar gerne weiter machen würde, jetzt aber der richtige Moment wäre, die Führung der Arbeiterkammer in jüngere Hände zu legen. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin wird am Mittwoch bei der Vollversammlung der Arbeiterkammer gewählt werden.