Asylpolitik in Österreich und der EU
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Chronik

Flüchtlingsbewegung durch Afghanistankrieg

Der Vormarsch der Taliban in Afghanistan löst die nächste große Flüchtlingsbewegung aus. Davon ist man bei SOS-Menschenrechte in Linz überzeugt. Viele Menschen fliehen auch nach Europa und Österreich und Deutschland gelten als Zielländer.

Je mehr Städte und Gebiete die Taliban einnehmen, desto mehr Menschen flüchten aus Afghanistan. Viele zunächst ins Nachbarland Iran oder weiter in die Türkei.

Bei SOS-Menschenrechte in Linz rechnet man aber auch damit, dass viele Flüchtlinge nach Deutschland oder nach Österreich kommen werden, so die Vorsitzende Mathilde Schwabeneder im Gespräch mit dem ORF Oberösterreich: „Weil es Länder sind, die ruhig sind und die natürlich auch einen gewissen Wohlstand bieten und Perspektiven schenken können – das ist ja genau das, was Flüchtenden meistens fehlt“.

Einzelne auffällige Männer, Tausende sind gut integriert

Einzelne, hier lebende junge Afghanen fallen jedoch immer wieder durch Gewalt und andere Straftaten auf, wie etwa im Fall Leonie. Nach dem Tod der 13-jährigen in Wien ermittelt die Staatsanwaltschaft nach wie vor gegen vier junge Afghanen. Man dürfe nicht vergessen, dass in Österreich zig-Tausende Afghanen und Afghaninnen leben, „die sind völlig unauffällig und haben sich auch gut integriert“.

So schreckliche Vorfälle (Fall Leonie) dürften dieses Bild nicht völlig überdecken. Es solle keine Entschuldigung sein, aber „man darf auch nicht vergessen, Menschen, die geflohen sind, haben oft körperliche Versehrtheit – aber sie haben vor allen Dingen psychische Traumata“, so Schwabeneder.

2020 über 3.000 Asylansuchen von Afghanistanflüchtlingen

Im Vorjahr haben mehr als 3.100 Menschen aus Afghanistan in Österreich um Asyl angesucht, heißt es von der Asylkoordination Österreich. Laut dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl sind mehr als ein Drittel der Asylanträge von Menschen aus Afghanistan positiv entschieden worden.