OBER…STERREICH: PROZESS WEGEN VERGEWALTIGUNG BZW. VERSUCHTEN MORDES NACH T…DLICHER SEX-ATTACKE IN GMUNDEN
APA/FOTO-KERSCHI.AT/WERNER KERSC
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Chronik

Tödliche Sex-Attacke: Vierter Anlauf für neuen Prozess

Der Tod einer Gmundner Tanzlehrerin beschäftigt die Gerichte auch sieben Jahre nach dem Geschworenenprozess noch. Der damals verurteilte Tennisklub-Kollege versucht jetzt erneut, dass das Verfahren noch einmal aufgerollt wird.

Ein 2014 am Landesgericht Wels wegen einer tödlichen Attacke auf eine Tanzlehrerin in Gmunden zu 20 Jahren Haft Verurteilter hat einen neuen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt. Das Gericht bestätigte einen entsprechenden Bericht des „Kuriers“ (Freitagausgabe). Drei frühere derartige Anträge hat die Justiz abgewiesen – zuletzt im Dezember des vergangenen Jahres.

20 Jahre Haft

Das Opfer der Tat, eine 51-jährige Tanzlehrerin, und der Gmundner hatten in der Nacht auf den 7. Juli 2013 im Tennisklub mit Sportkollegen gefeiert. Zwei Tage später wurde die 51-jährige Frau schwer verletzt und halb nackt in ihrem Garten gefunden. Sie starb, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. In einem Geschworenenprozess wurde der damals 39-jährige Beschuldigte wegen Vergewaltigung mit Todesfolge sowie versuchten Mordes durch Unterlassung zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Seine bisherigen Wiederaufnahmeanträge wurden vom Landesgericht Wels und in zweiter Instanz vom Oberlandesgericht Linz abgewiesen. Im Zusammenhang mit der Ablehnung des dritten Antrages hielt das Gericht fest, wieder seien „keine neuen Tatsachen oder Beweismittel, die alleine oder in Verbindung mit den früher erhobenen Beweisen geeignet erscheinen, die Freisprechung des Verurteilten begründen zu können“, angeführt worden.

OGH VERHANDLUNG †BER URTEIL NACH T…DLICHER SEX-ATTACKE AUF GMUNDNER TANZLEHRERIN
APA/ROLAND SCHLAGER
Der Angeklagte bei einem seiner Prozesstermine

Neues Gutachten

Dem nunmehrigen Antrag liegt ein Gutachten eines Gerichtsmediziners aus München bei. Darin geht es um die mittels Computersimulationen geprüfte Wucht der Schläge, die gegen das Opfer geführt wurden. Laut der Anklageschrift im Prozess habe der Gmundner die 51-jährige Tanzlehrerin mit einem Faustschlag gegen das Jochbein und einem Stoß zu Boden gebracht, sie vergewaltigt und anschließend – mit einem Schädelhirntrauma – bewusstlos liegen gelassen. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Angeklagte der Frau gefolgt war und sich eine Abfuhr geholt hatte.