Ein Arzt hält einen Tupfer mit dem ein Abstrich für einen Coronatest
APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand
APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Coronavirus

Kostenpflicht für Coronatests angedacht

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) erwägt, Coronavirus-Tests im Herbst kostenpflichtig zu machen. Die CoV-Impfung, die Schutz bietet, werde gratis bleiben, „aber die Gratis-Tests wird man in dieser Form nicht auf Dauer aufrechterhalten können“.

Die Kostenpflicht für Coronatests sei „auch eine wirtschaftliche Frage“, sagt Stelzer in einem Interview mit der Kleinen Zeitung (Mittwochausgabe). In einem Flächenbundesland wie Oberösterreich brauche man eine „unglaubliche Anzahl an Test-Stationen“. Wenn nach den Sommerferien der Schulbetrieb wieder startet, werde man entscheiden müssen wie man weitermacht, sagte Stelzer.

Stelzer greift damit eine Forderung auf, die Mitte Juli bereits von der Ärztekammer Oberösterreich geäußert wurde. Hintergrund war da die mangelnde Impfbereitschaft. Am Ende dürfe es nicht so sein, dass die Gesellschaft für den Impfunwillen einzelner aufkommen müsse, hieß es da von Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser.

SPÖ gegen Kostenpflicht

Nichts hält die SPÖ Oberösterreich von den Überlegungen, die Corona-Tests wieder kostenpflichtig zu machen. Klubchef Michael Lindner verlangt in einer Aussendung, dass die CoV-Tests kostenfrei bleiben müssen, weil sonst angesichts der niedrigen Impfrate die Herausforderungen im Herbst nicht bewältigt werden können. Die Kosten der Test stünden in keinem Verhältnis zum Schaden, den erneute Verschärfungen verursachen würden. Lindner fordert vielmehr einen flächendeckenden Ausbau der kostenfreien PCR Gurgeltests.

FPÖ: Drängen zur Impfung

Die FPÖ in Oberösterreich sieht im Vorhaben, die Tests kostenpflichtig zu machen, eine Impfpflicht durch die Hintertür. Landeshauptmann-Stellvertreter und Landesparteichef Manfred Haimbuchner empfindet den Wegfall der Kostenübernahme bei gleichzeitiger Testverpflichtung als staatliches Drängen zur Impfung. „Kaum jemand kann sich mehrmals pro Woche einen teuren PCR-Test leisten", so Haimbuchner am Mittwoch in einer Reaktion auf Stelzers Aussagen.

Dritte Impfung in Vorbereitung

Während Oberösterreich jenes Bundesland mit der niedrigsten Durchimpfungsrate ist, bereitet sich das Land darauf vor, eine dritte Impfung im Herbst anzubieten. Denn es ist unklar, wie lange die Erstimmunisierung anhält, wie lange die Impfung also wirkt. Eine dritte Coronaimpfung mache bei jenen Menschen Sinn, deren Immunsystem geschwächt ist oder die pflegebedürftig sind. Generell bei Älteren sollte ein weiterer Stich angedacht werden, sagt Mediziner Rainer Gattringer vom Klinikum Wels-Grieskirchen.

Das Land sei in ständiger Abstimmung mit dem Bund und arbeite Varianten aus, damit man, wenn es so weit ist, bei der dritten Impfung schnell reagieren könne. Nach derzeitigem Stand brauchen gesunde, vollimmunisierte Personen keinen so genannten Booster, so Gattringer. Daher ist offen, wie viele der derzeit eingerichteten Impfstraßen im Herbst noch gebraucht werden. Aus dem Krisenstab heißt es, es werde noch beraten, wie es mit den Standorten weitergeht.