In Rauris (Pinzgau) haben Bergbauern nach mutmaßlichen Wolfsattacken am Dienstag noch immer 60 Schafe vermisst. Sie wurden dann mit einer Drohne gesucht. Mehr als 30 fielen in den letzten Tagen einem oder mehreren Wölfen zum Opfer. Ein „Notfallteam“ aus anderen Teilen Österreichs half nun den Landwirten.
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Chronik

Almbauern fürchten Schäden durch Wölfe

Oberösterreichs Almen werden seit Beginn der Coronavirus-Pandemie regelrecht gestürmt. Während sie für den Tourismus immer wichtiger werden, werde es immer schwieriger sie zu bewirtschaften, klagen die Landwirte. Schuld sei auch die zunehmende Wolfpopulation.

Oberösterreich hat rund 400 bewirtschaftete Almen. Rund herum finden sich aber immer weniger Tiere, die den Sommer dort verbringen. Ein Grund ist, dass in den vergangenen gut 20 Jahren die Arbeitskräfte um ein Viertel weniger geworden sind. Weniger Almauftreiber bedeuten weniger Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen auf den Almen. Ohne die Tiere breitet sich aber der Wald immer weiter aus und die Almflächen werden kleiner.

Zunehmende Bedrohung

Die Almbauern beklagen auch immer mehr Schäden durch Wölfe. Die Landwirtschaftskammer spricht von einer zunehmenden Bedrohung. Auf Oberösterreichs Almen ist in diesem Jahr zwar erst ein Kalb gerissen worden – im inneren Salzkammergut. Und auch der Beweis, dass es ein Wolf war, steht durch einen fehlenden DNA-Test noch aus.

Schaf hängt im Schutzzaun fest
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Tiere verheddern sich im Zaun

Es sei aber Panik bei den Almtieren zu beobachten. Das deute auf deutlich mehr Wolfsbegegnungen hin. Es seien auch bereits Kratzspuren durch Wölfe bei Tieren festgestellt worden und in der Pyhrn-Region etwa habe ein Wolf Tiere durch die Zäune gehetzt und leicht verletzt.

Möglichkeit zum Abschuss gefordert

Die Landwirtschaftskammer fordert, dass es kein Tabu mehr ist, einen Wolf abzuschießen und sieht die EU gefordert, neue rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn die Almbauern würden auf ihren Schäden sitzen bleiben. Weder kaputte Zäune noch gerissene Tiere würden ersetzt, so die Kritik. Und auf wolfssichere Zäune umzurüsten sei ein teures Unterfangen. Allein für Oberösterreichs Almen wird mit Kosten von rund acht Millionen Euro gerechnet.