Leere Sitzreihen in Reisebus von hinten
pixabay/marsjo
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Chronik

Fall „Kosovo-Reisebus“ weiter ungeklärt

Nach wie vor ungeklärt ist, wie der so genannte „Kosovo-Reisebus“ zu Ostern über den Grenzübergang Nickelsdorf bis nach Oberösterreich fahren konnte. Unter den Reisenden waren viele mit dem Coronavirus infiziert.

Am 4. April, dem Ostersonntag, ist der Bus über Nickelsdorf im Burgenland nach Österreich eingereist. Einige Reisende waren mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert und lösten in Oberösterreich ein Cluster mit 39 Fällen aus. Ihnen sei jedoch nichts vorzuwerfen, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz nach Ermittlungen gegenüber dem ORF Oberösterreich.

Verdacht: Einreise mit gefälschten Papieren

Der Krisenstab des Landes stellte fest, dass bei den Reisenden sämtliche CoV-Nachweise fehlten und man vermutete, dass der Bus an der Grenze nicht kontrolliert worden sei. Laut der burgenländischen Polizei könnten die Reisenden auch gefälschte Papiere vorgelegt haben oder angegeben haben, dass sie nach Deutschland durchfahren.

Grenzsoldaten abgerüstet

Ins Visier der Ermittler gerieten dabei drei Grenzsoldaten. Sie sollen gegen Geld Autos und Busse durchgewunken haben, so der Verdacht. Ob auch der Reisebus aus dem Kosovo darunter war, kann auch fast vier Monate später nicht ausgeschlossen werden. Laut der Staatsanwaltschaft Eisenstadt gibt es aber derzeit keine Hinweise auf diesen Bus, so ein Sprecher auf Ermittlungen des Landeskriminalamts Burgenland.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Gegen die drei Soldaten werde nach wie vor ermittelt, hieß es. Der Fall liegt mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft Wien, weil die drei in Wien leben. Als Milizsoldaten sind sie – wie geplant – abgerüstet. Und heeresintern gibt es keine Ermittlungen mehr, so ein Sprecher des Bundesheeres.