MAthilde Schwabeneder
Molden/Harald Eisenberger
Molden/Harald Eisenberger
Menschen

Schwabeneder neue SOS-Menschrechte-Vorsitzende

Die ehemalige ORF-Korrespondentin Mathilde Schwabeneder hat den Vorsitz des Vereins SOS-Menschenrechte Österreich vom früheren Grünen-Politiker Gunther Trübswasser übernommen.

Sie werde sich sehr dafür einsetzen, dass zumindest punktuell minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, vor allem Mädchen, aufgenommen werden können, sagte Schwabender in einer Pressekonferenz am Montag in Linz. Solange die Fluchtgründe nicht wegfallen, werde auch die Fluchtbewegung andauern, sprach sie den bereits zehn Jahre dauernden Syrienkrieg, aber auch die Lage in Nigeria an. Deutschland und Italien würden zeigen, dass eine geordnete Aufnahme möglich ist. Jüngst seien 40 Menschen, darunter 13 Kinder, aus einem Lager auf Lesbos am Flughafen in Rom angekommen, sagte die ehemalige Leiterin der ORF-Außenstelle für Italien, den Vatikan und Malta.

„Österreich hat Großes geleistet“

Es sei klar, dass nicht alle kommen können, doch Österreich habe in der Vergangenheit Großes geleistet und „ich sehe nicht ein, warum es jetzt anders sein sollte“. Es stünde der Regierung gut an, wenn vulnerable Schutzbedürftige aufgenommen würden. Das Haus der Menschenrechte in Linz sei die einzige Stelle, wo unbegleitete minderjährige Mädchen aufgenommen werden, strich Schwabeneder die Expertise der Einrichtung heraus. Sie übernehme eine tolle Basis, ein tolles Team, dankte sie Trübswasser.

Der 1993 gegründete Verein betreut und begleitet Flüchtlinge und führt Projekte zu den Themen Antidiskriminierung und Menschenrechtsbildung durch. Trübswasser hatte den Vorsitz zwölf Jahre lang inne. Als die zwei großen Aufgaben nannte er die 2019 abgeschlossene, durch viele Unterstützerinnen und Unterstützer getragene Sanierung des Wohnhauses in Linz und die zunehmende Fremdenfeindlichkeit und Verschärfung der Asylsituation. „Ich bin gespannt wie sich das Projekt weiter entwickelt, es steckt viel Potenzial drin.“

Haus der Menschrechte saniert

Das Haus der Menschenrechte in Linz-Urfahr sei für 2,2 Mio. Euro saniert und 2019 eröffnet worden, sagte die Geschäftsführerin des Vereins, Sarah Kotopulos. Derzeit seien drei Plätze für unbegleitete Minderjährige und fünf für Erwachsene frei. Neu im zwölfköpfigen Vorstand des Vereins sind die ehemalige Justizministerin Maria Berger und der Unternehmer Otto Hirsch. Ein Anliegen ist Schwabeneder und Trübswasser, der weiter im Verein aktiv bleiben will, die Menschenrechtsbildung. Die Haltung zu Themen wie Aufnahme von Flüchtlingen und Menschenrechte habe sich ziemlich verschlechtert. „Wir haben gewisse Werte und die soll man nicht mit Füßen treten“, empörte sich Schwabeneder.