Chronik

Zahnarzt als mutmaßlicher Drogenlieferant

Ein Zahnarzt aus Linz steht unter Verdacht, mehreren Jugendlichen Drogen geschenkt zu haben. In einem Fall soll der Mann auch Suchtgift als Bezahlung für seine Leistungen angenommen haben.

Cannabis, Kokain, sowie die synthetischen Drogen XTC und Amphetamine soll der Mann vier Jugendlichen in seiner Wohnung gratis zur Verfügung gestellt haben. Die drei Mädchen und ein Bursch sind erst 14 bis 17 Jahre alt und belasten den Zahnarzt. Der Mann selbst schweigt zu den Vorwürfen, wird von den Jugendlichen aber belastet.

„30 Gramm Ecstasy für Zahnreparatur“

Wie man dem Mann auf die Spur gekommen ist, schildert Karl Pogutter, der Stadtpolizeikommandant von Linz: „Ein junger Mann in Gmunden wurde dort von Kollegen festgenommen und hat ausgesagt, er hätte eine Zahnreparatur bei einem Linzer Zahnarzt in Form von Ecstasy bezahlt. Kollegen des Kriminalreferats überprüften diese Aussage. Dabei hat sich der Verdacht erhärtet, dass der Mann die Zahnreparatur für 30 Gramm Ecstasy durchgeführt hat.“

Disziplinarverfahren eingeleitet

Die Zahnärztekammer hat bereits ein Disziplinarverfahren gegen den Mann eingeleitet und das Land als Gesundheitsbehörde informiert. Die zuständige Abteilung hat am Montag bei der Staatsanwaltschaft um Informationen gebeten, um die Angelegenheit überprüfen zu können.

Während die Zahnärztekammer eine Berufsausübung laut deren Präsident Günter Gottfried erst nach einer Verurteilung verbieten kann, hat das Land die Möglichkeit, die Berufsausübung unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Verurteilung zumindest vorläufig zu verbieten.