Ostereier
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Coronavirus

Bauern bleiben auf Ostereiern sitzen

Die Landwirtschaftskammer (LW) Oberösterreich rechnet auch heuer mit einem deutlichen Absatzrückgang bei den Ostereiern. Wie auch schon im Vorjahr drücken CoV und die damit verbundenen Einschränkungen die Erwartungen.

Normalerweise werden zu den Osterfeiertagen in Österreich rund 64 Millionen Eier verzehrt, 2021 dürften um ein Drittel und damit um 21 Millionen weniger gefärbter Eier verkauft werden, hieß es in den Unterlagen zu einer Pressekonferenz am Donnerstag in Linz.

In Skiregionen sowie allgemein außer Haus würden heuer bis nach Ostern kaum Eier gebraucht werden. Mit zu erwartenden Beschränkungen zu den Feiertagen „werden wohl auch die Familienfeiern im kleineren Rahmen ablaufen und entsprechend sinkt der Konsum“, meinte LW-Kammerpräsidentin Michaela Langer-Weninger. Betroffen von der geringeren Nachfrage seien vor allem Legehennenbetriebe mit Bodenhaltung ohne Auslauf, da für hart gekochte, eingefärbte Ostereier überwiegend diese Produkte verwendet werden.

Verluste in Millionenhöhe

Damit seien die Legebetriebe in der Pandemie besonders hart getroffen, denn Eier aus Bodenhaltung werden zum Großteil an Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegungen verkauft, hieß es weiters in den Unterlagen. Wegen deren Schließungen fänden Millionen von Bodenhaltungseiern derzeit keinen Absatz und müssten zu Flüssigei oder Eitrockenpulver verarbeitet und eingelagert werden, umriss die Präsidentin die Situation. Dadurch seien die Eierpreise schon jetzt niedriger, mit einem schlechteren Ostergeschäft „erleiden die Bauern Verluste in Millionenhöhe“. Gleichzeitig sei das Hennenfutter – besonders Eiweißfuttermittel wie Soja bzw. europäischer Donausoja – teurer geworden, weshalb sich die wirtschaftliche Situation der Bauern noch zuspitze.

Durch ein Verlustausgleichsmodell für Bodenhaltungsbetriebe soll zumindest ein Teil des Rückgangs finanziell aufgefangen werden. Die Antragstellung werde voraussichtlich ab April 2021 möglich sein und die Auszahlung soll ab Juli erfolgen, kündigte Langer-Weninger an.