Coronavirus

„Südafrika“-Variante im Bezirk Vöcklabruck

Am Donnerstag sind die ersten Fälle der „südafrikanischen“ Coronavirus-Mutation B.1.351 in Oberösterreich nachgewiesen worden. Inzwischen ist Oberösterreich auch wieder Rot auf der Coronavirus-Ampel. Und: in Linz wurde eine ganze Volksschulklasse abgesondert.

Bei den zwei Fällen handelt es sich um einen Reiserückkehrer aus Brüssel und seine Ehefrau aus dem Bezirk Vöcklabruck, beide waren Anfang Februar erkrankt. Beide seien nach Auftreten leichter Symptome „rechtzeitig abgesondert“ worden, das Contact-Tracing habe keine Kontakte zu anderen ergeben, teilte der Krisenstab des Landes am Abend mit. Auch gebe es derzeit keine Anzeichen für weitere Südafrika-Verdachtsfälle in Oberösterreich.

In Absprache mit der AGES hatte das Labor des Salzkammergut-Klinikums Vöcklabruck diese Fälle sequenziert, da eine Auswertung im Labor der AGES in Wien wegen der starken Auslastung eine längere Zeit in Anspruch genommen hätte. Die zwei Fälle seien bereits als Verdachtsfälle für eine B.1.351-Mutation bekannt gewesen und konnten als „Südafrikanische Variante“ bestimmt werden. Insgesamt gibt es laut Landekrisenstab derzeit (alle CoV-Varianten) 1.228 Verdachtsfälle.

Farbwechsel auf der Coronavirus-Ampel

Oberösterreich ist Donnerstagabend von der zuständigen Kommission von Orange auf Rot geschalten worden, dafür ist Vorarlberg erstmals seit Monaten Orange. Oberösterreich war zuletzt das einzige Bundesland in Orange. Nun wurde die geforderte Inzidenz von unter 100 überschritten und liegt bei 120, deshalb die neue rote Ampelschaltung. Das Plus im 14-Tage-Vergleich beträgt 20 Prozent.

Die Zahl der Tests pro 100.000 Einwohner ist österreichweit von gut 16.200 auf rund 17.100 gewachsen. Tirol und das Burgenland sind hier am fleißigsten, am wenigsten wird in Kärnten getestet.

364 Neuinfektionen in Oberösterreich

In Oberösterreich gelten 2.589 Menschen als infiziert (Stand: Freitag, 17.00 Uhr). Laut Krisenstab des Landes sind von Donnerstag 7.00 Uhr bis Freitag 7.00 Uhr 364 Neuinfektionen (Vortag 344) festgestellt worden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 120,8. 1.514 Oberösterreicher sind bisher im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. 5.149 Menschen befinden sich in Quarantäne.

Was das Infektionsgeschehen generell betrifft, so zeigen die Zahlen, dass dieses nach wie vor in der Stadt Wels und auch in den Bezirken Braunau und Schärding verhältnismäßig am höchsten ist. Die Lage in den heimischen Spitälern sei trotz Entspannung angespannt, heißt es. 110 CoV-Patienten müssen in Spitälern behandelt werden. 16 von ihnen auf Intensivstationen, heißt es vom Landeskrisenstab am Freitag.

108.847 Impfungen sind in Oberösterreich bisher durchgeführt worden.

  • In Alten- und Pflegeheimen: 22.495
  • In Krankenanstalten: 15.148
  • Über-80-Jährige (außerhalb APH): 21.531
  • Niedergelassene Ärzte: 2.051
  • Rettungsdienste: 3.582
  • 2. Teilimpfung: 44.040

Lungenarzt Lamprecht über den Corona-Jahrestag

Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am KUK Linz, über den Jahrestag der Corona-Pandemie in Österreich.

Testangebot ab 1. März deutlich ausgebaut

Ab 1. März werde es an 85 Standorten die Möglichkeit für Coronavirus-Tests geben, kündigen Landeshauptmann Thomas Stelzer und seine Stellvertreterin Christine Haberlander (beide ÖVP) am Mittwoch an. Dazu kommen noch 129 Apotheken und 218 Betriebe, die ebenfalls Tests durchführen. Das Angebot soll auch durch fünf mobile Teams verstärkt werden.

In diesen Gemeinden werden die neuen Teststraßen eingerichtet:

  • Lengau
  • Höhnhart
  • Mauerkirchen
  • St. Martin im Innkreis
  • Gaspoltshofen
  • Frankenburg am Hausruck
  • Mondsee
  • Waldzell
  • Pettenbach
  • Grünau im Almtal
  • Scharnstein/St. Konrad
  • Vorchdorf
  • Ternberg
  • Losenstein
  • Großraming
  • Maria Neustift
  • St. Martin im Mühlkreis
  • Ulrichsberg
  • Helfenberg
  • Hellmonsödt
  • Waldhausen im Strudengau
  • Pabneukirchen
  • Sandl
  • Liebenau

Details zu allen Testorten finden Sie hier

Apotheker rechnen mit Ansturm auf Wohnzimmertests

Ab 1. März stehen jedem Österreicher fünf Selbsttests pro Monat zur Verfügung. Die Apothekerkammer bittet jedoch darum, nicht gleich am ersten Tag in die Apotheken zu stürmen, um die kostenlosen Selbsttests abzuholen. Das Testangebot werde schrittweise ausgebaut und die Apotheken sukzessive mit Testkits beliefert. In den Apotheken müssen die Einzeltests zu Fünf-Stück-Paketen gebündelt werden, um sie abgeben zu können. Im Idealfall können in der erste Woche etwa 500.000 Menschen mit Selbsttests versorgt werden, so die Einschätzung der oberösterreichischen Apothekerkammer. Spätestens ab dem 15. März soll das Angebot flächendeckend in ganz Österreich verfügbar sein.

SPÖ fordert Anti-Coronavirus-Servicezentren

Der zuständige Ausschuss des Landtags hat die SPÖ-Forderung nach Anti-Coronavirus-Servicezentren in den Bezirken abgelehnt. Damit hätten ÖVP, FPÖ und Grüne einmal mehr gezeigt, dass sie aus dem bisherigen Coronavirus-Chaos nichts gelernt hätten, meint SPÖ Gesundheitssprecher Peter Binder. Die Sozialdemokraten sind überzeugt, dass es diese Zentren für die Impfung der breiten Bevölkerung braucht. Würden diese Impfungen nur bei den Hausärzten abgewickelt, werde der Druck auf alle Gesundheitseinrichtungen zulasten der Bevölkerung weiter verstärkt, glaubt man.

Rufe nach weiterer Öffnung

Aus der Landesregierung werden Rufe nach weiteren Öffnungsschritten laut. So fordern etwa Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) Gasthäuser, Hotels oder auch Theater wieder zu öffnen. Mehr dazu in Rufe nach weiterer Öffnung (ooe.ORF.at)

Impfungen für Hochrisikopatienten

Ab 9. März sind dann die sogenannten Hochrisikopatienten an der Reihe, die von ihren Hausärzten geimpft werden sollen. Rund 90.000 Hochrisikopatienten dürfte es in Oberösterreich geben. Mehr dazu in Impfungen für Hochrisikopatienten (ooe.ORF.at)

Millionen-Paket für Kulturszene

OÖ verlängert den Härtefallfonds für Kulturschaffende und das Förderprogramm art@home für Online-Projekte. Im Rahmen des OÖ-Plans – ein Investitionspaket im Umfang von 1,2 Milliarden Euro – sind insgesamt 13 Millionen Euro für die Kultur reserviert. Mehr dazu in 13 Millionen Finanzspritze für Kultur (ooe.ORF.at)