Gang oder Korridor in Krankenhaus
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Coronavirus

Verschärfte Regeln in Spitälern erwartet

In Spitälern, wo ein negativer CoV-Test für Besucher derzeit noch nicht Pflicht ist, wird es wohl bald zu Verschärfungen kommen. Derzeit gilt dort neben den gängigen Hygienemaßnahmen nur die Maskenpflicht. 215 Neuinfektionen wurden in OÖ verzeichnet.

Ein Coronavirus-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, gilt seit etwas mehr als einer Woche als Eintrittskarte zu den so genannten körpernahen Dienstleistern. Man benötigt ihn bekanntlich für den Frisörbesuch, in Massagestudios, in Nagelstudios, bei der Fußpflege oder wenn man sich ein Tattoo stechen lassen möchte. Auch für den Grenzübertritt ins Ausland und wieder retour müssen sich etwa Pendler regelmäßig testen lassen.

Patientenbesuche derzeit „testfrei“

Besucht man einen Patienten in einem Krankenhaus benötigt man jedoch derzeit keinen negativen Test, heißt es aus der oberösterreichischen Gesundheitsholding. Hier gelten für Besucher oder für Patienten, die ambulant behandelt werden, weiterhin die üblichen Coronavirus-Regeln. Also etwa Handhygiene, Fieber-Check und Maskenpflicht.

Hinweisschild für Krankenhaus-Besucher
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Die Testpflicht könnte noch diese Woche auch für Spitalsbesuche gelten

Nachschärfungen in Sicht

Nur wer stationär in einem Spital aufgenommen wird oder als Begleitperson zu einem stationär aufzunehmenden Patienten mitkommt, wird getestet. Auf die Frage warum ausgerechnet im sensiblen Spitals-Bereich kein negativer CoV-Test vor dem Eintritt verlangt wird, verweist die Gesundheitsholding auf entsprechende Bundesregelungen.

Da für Dienstag Gespräche genau zu diesem Thema angesetzt sind, dürften die Spitäler nachbessern. Es zeichnet sich also ab, dass auch beim Besuch in den Spitälern ein negativer Test vorzuweisen sein wird, heißt es im Vorfeld der Gespräche.

215 Neuinfektionen in Oberösterreich

Laut Angaben aus dem Gesundheits- und dem Innenministerium wurden in Oberösterreich von Montag auf Dienstag 215 Neuinfektionen verzeichnet (Wien 372, Steiermark 226, Niederösterreich 212). Die Zahl der aktuellen Fälle liegt bei 1.566, 3.464 Menschen befinden sich derzeit (Stand: Dienstag, 12.00 Uhr) in Oberösterreich in Quarantäne. Insgesamt sind bisher 1.497 Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben.

14 bestätigte Fälle mit britischer Mutation

Bei den deutlich ansteckenderen Mutationen des Coronavirus ist die Lage in Oberösterreich noch überschaubar. 14 Menschen sind nachweislich mit der britischen Virusmutation angesteckt, so der Landeskrisenstab. Über Ansteckungen mit der südafrikanischen Variante ist hierzulande kein Fall bekannt, es gibt jedoch insgesamt über 655 Verdachtsfälle.

Die südafrikanische Mutation wurde bis Montagfrüh 279 Mal bestätigt – fast ausschließlich in Tirol. Dort wurde sie 271 Mal nachgewiesen. Dazu kamen fünf Fälle in Wien und jeweils einer in Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark.

OÖ ist Impf-Spitzenreiter

Die Impfrate liegt in Oberösterreich derzeit bei 3,2 Prozent (Eintragungen von CoV-Schutzimpfungen im E-Impfpass). Oberösterreich liegt damit aktuell an der Spitze der Bundesländer, heißt es vom Land. Bis Ende Februar können nach derzeitigem Stand und mit den in Aussicht gestellten Impfstoffen BioNtech/Pfizer und Moderna, alle Zweitimpfungen in Alten- und Pflegeheimen abgeschlossen werden. Darüber hinaus werden in Oberösterreich erste Dosen des Impfstoffes von AstraZeneca im Gesundheitsbereich verimpft.

Aufschlüsselung (geplante Impfungen im Gesundheitsbereich von 16. Februar bis Ende Februar – vorausgesetzt alle Lieferungen treffen planmäßig ein):

  • Rettungsdienste: 6.160
  • Krankenhäuser: 13.120
  • Ordinationspersonal: 7.000

In dieser Woche beginnt der Versand der E-Mails an die bereits registrierten Personen, die älter als 84 Jahre alt sind (15.900 Personen, die vor dem 21.02.1937 geboren wurden), damit sie einen Termin für die Erstimpfungen in den Kalenderwochen acht und neun buchen können. Diese Anmeldung erfolgt grundsätzlich online über einen Anmeldungslink im Mail. Jene, die keine Email-Adresse hinterlegt haben, werden telefonisch kontaktiert. Alle Personen zwischen 80 und 84 Jahren, die dann noch keine Impfung erhalten haben bzw. sich neu registriert haben, werden sobald als möglich ein Angebot erhalten.

Seit Beginn der Coronavirus-Schutzimpfungen wurden bereits rund 16.000 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher, die älter als 80 Jahre alt sind und nicht in einem Alten- und Pflegeheim leben, geimpft. Das teilte Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) am Dienstag per Aussendung mit.