Thomas Stelzer
FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR
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Politik

Wie die Konjunktur in Schwung kommen soll

Dass die Coronavirus-Pandemie und die diversen Lockdowns der Wirtschaft schwer zugesetzt haben, ist hinlänglich bekannt. Am Dienstag hat Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), flankiert von Experten, seine Wege aus der Krise präsentiert.

Laut Landeshauptmann Thomas Stelzer lag die Arbeitslosenquote für das Gesamtjahr 2020 in Oberösterreich bei 6,5 Prozent und war damit die niedrigste aller Bundesländer. Für jeden Lehrstellensuchenden stehen fast drei Ausbildungsplätze bereit und Oberösterreich hat auch im Vorjahr mehr exportiert als alle anderen Bundesländer. Aber auch mit dieser Ausgangsbasis werde die Zukunft nicht einfach zu bewältigen sein, wie der Landeshauptmann am Beispiel der Kurzarbeit erklärt, die in Oberösterreich die Arbeitslosenzahlen niedrig gehalten hat und das auch jetzt noch tut: „7.600 Unternehmen in Oberösterreich nutzen derzeit die Kurzarbeit und schützen damit 79.000 Arbeitsplätze vor Arbeitslosigkeit.“

Ende der Kurzarbeit wird Herausforderung

Damit sei das Instrument der Kurzarbeit in Oberösterreich sehr stark angenommen worden, so Stelzer, die Herausforderung sei aber jetzt, dass das Ende der Kurzarbeit wieder Beschäftigung bedeutet und nicht das Gegenteil: „Darauf muss all unser Streben ausgerichtet sein.“ Vieles hänge natürlich auch vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

Christoph Badelt, Thomas Stelzer und Monika Köppl-Turyna
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Christoph Badelt, Thomas Stelzer und Monika Köppl-Turyna bei der Pressekonferenz am Dienstag

Christoph Badelt, der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO, erwartet auch für das laufende Jahr in Oberösterreich eine etwas bessere Wirtschaftsentwicklung als in Gesamtösterreich. Allerdings gibt es auch für Oberösterreich eine Reihe von Herausforderungen: „Wir rechnen damit, dass die Behinderungen, die die Industrie im ersten Lockdown gehabt hat, im Jahr 2021 nicht mehr so stark kommen werden.“ Es gebe aber keine absolute Sicherheit bei der Entwicklung der Absatzmärkte, wie zum Beispiel Deutschland. Dazu komme noch die zunehmende Konkurrenz durch aufsteigende Schwellenländer wie China in hochwertige, technologiebezogene Marktsegmente. Damit werde sich die Industrie in Oberösterreich überlegen müssen, mit welchen Produkten man noch weltweit konkurrenzfähig sein wird.

Keine Insolvenzwelle in Oberösterreich zu erwarten

Die Direktorin des Instituts für Wirtschaftsforschung EcoAustria, Monika Köppl-Turyna, erklärte, dass sie bei einem bundesweiten Vergleich festgestellt habe, dass Oberösterreichs Unternehmen finanziell am besten gesichert seien: „Wenn wir irgendwo eine Insolvenzwelle zu erwarten haben, ist es jedenfalls nicht in Oberösterreich. Wenn es ein Bundesland gibt, das nächstes Jahr besser dasteht, dann ist es mit Sicherheit Oberösterreich.“

Drei Säulen der Wirtschaftspolitik

Für Landeshauptmann Stelzer steht heuer die Wirtschaftspolitik für den Standort Oberösterreich auf drei Säulen: Arbeitsplätze sichern und neue schaffen, möglichst viele Ausbildungen anbieten, wie es zum Beispiel mit der Oberösterreichischen Zukunftsstiftung getan werde und die Wirtschaft mit Investitionen, zum Beispiel aus dem Oberösterreich-Plan, ankurbeln.