Impfstoff in Sierning eingetroffen
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Coronavirus

90-Jährige als erste Person in OÖ geimpft

Im Bezirksalters- und Pflegeheim Sierning (Bezirk Steyr-Land) sind Sonntagnachmittag die ersten Personen gegen das Coronavirus geimpft worden. Zum symbolischen Start der Kampagne wurde der 90-jährigen Maria Schirl und Pflegedienstleiterin Sabine Wimmer das Vakzin injiziert.

40 Impfdosen sind für die Einrichtung bereitgestellt worden. Im Jänner sollen zwischen 16.000 und 20.000 Personen in oberösterreichischen Heimen geimpft werden.

„Hoffnungsfroher Tag für Österreich“

LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) hob einmal mehr die Wichtigkeit der Impfung im Kampf gegen die Pandemie hervor und bezeichnete den 27. Dezember als einen "hoffnungsfrohen Tag für Österreich und Oberösterreich: „Jeder Tag, an dem geimpft werden kann, bedeutet einen Schritt näher in Richtung Normalität.“

Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) unterstrich, dass in dem Haus in Sierning mit durchschnittlich 60 Bewohnern die Impfbereitschaft besonders „groß ist“. Das Heim war von Covid-19 stark betroffen, „in beiden Wellen“ wie Bezirkshauptfrau Carmen Breitwieser ergänzte.

Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Linzer Kepler Universitätsklinikum (KUK), bezeichnete den 27. Dezember als „möglichen Wendepunkt in der Krise“. Denn der Impfstoff könne „die Pandemie beenden“, da er „höchst wirkungsvoll und sicher“ sei.

„Man braucht ein bisschen Mut, aber es tut nicht weh“

Den Wunsch zur Rückkehr zur Normalität hat vor allem auch die Pflegedienstleiterin. Seit Ausbruch von Corona vor zehn Monaten lebe man in ständiger Sorge, meint Wimmer. Mit der Impfung werde diese einem genommen, erklärte sie, warum sie nicht zögerte. „Man braucht ein bisschen Mut, aber es tut nicht weh“.

So sah es auch die 90-jährige Bewohnerin, die sich über den Weg zurück zum Alltag freut. Wie Astronauten würden die Mitarbeiter in ihren Schutzausrüstungen aussehen. Das Personal habe „Unglaubliches geleistet“, strich Schirl hervor. Sie sei bisher gesund durch die Krise gekommen und habe sich daher spritzen lassen. Als besondere Ehre, die erste Person in Oberösterreich gewesen zu sein, habe sie es nicht empfunden: „Irgendwer muss der Erste sein“, meinte sie nur. Nach der Impfung habe sie etwas gegessen und anschließend geschlafen.