Eine Laborantin sortiert im Institut für Virologie an der Charité Berlin Mitte, in dem Untersuchungen zum Coronavirus laufen Proben.
APA/dpa/Christophe Gateau
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Coronavirus

15 neue Todesfälle in 24 Stunden

15 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 meldete der Krisenstab des Landes OÖ am Mitwochnachmittag. Es handelte sich um Menschen im Alter zwischen 63 und 89 Jahren. Die Zahl der Neuinfektionen war mit 1.700 innerhalb von 24 Stunden weiter sehr hoch, hieß es.

In ganz Österreich haben sich in 24 Stunden von Dienstag auf Mittwoch 7.091 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. In Oberösterreich waren es in diesem Zeitraum 1.700. Zudem wurden von Dienstag auf Mittwoch innerhalb von 24 Stunden auch weitere 15 Todesfälle registriert. Die Patienten aus den Bezirken Linz, Freistadt, Rohrbach, Perg, Vöcklabruck, Urfahr-Umgebung, Ried im Innkreis, Grieskirchen und Kirchdorf an der Krems hatten laut Aussendung des Krisenstabes zur Infektion mit dem Coronavirus auch alle Vorerkrankungen.

Zahl der neuen Fälle rückläufig

Insgesamt 367 Patienten sind in Oberösterreich seit Ausbruch der CoV-Pandemie verstorben (Stand, Mittwoch, 17.00 Uhr). 14.627 neue Infektionsfälle sind bis zu diesem Zeitpunkt gemeldet worden. In Quarantäne befinden sich aktuell 39.446 Personen. In Krankenhäusern werden 982 Infizierte betreut, 133 davon in Intensivstationen, so die Statistik des Krisenstabes OÖ. Und eine „Nachricht, die Hoffnung macht“: in fast allen heimischen Bezirken seien die Gesamtzahlen der aktuell Infizierten rückläufig.

Ausbau auf 350 Intensivbetten

Mit dem noch möglichen Ausbau der Bettenanzahl auf insgesamt 350 Intensivbetten dürfte aber das Auslangen gefunden werden, sagte Karl-Heinz Stadlbauer, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin am Salzkammergutklinikum und designierte ärztliche Leiter des Kepler-Uniklinikums im Interview mit dem ORF OÖ: „Aus derzeitiger Sicht gehen wir davon aus, aber wir wissen ja nie genau wie sich die Zahlen 100-prozentig entwickeln“, daher gebe es bereits erste Pläne, wie es bei steigenden Fallzahlen weitergehen könnte. Dass sich die Bundesländer gegenseitig helfen, sei ebenfalls ein Punkt des Planes.

Die große Unbekannte ist aber: wie viele Mitarbeiter fallen in den nächsten Wochen aus, weil sie selbst erkrankt sind oder in Quarantäne müssten. Das sei sicher ein limitierender Faktor, aber da helfe nur eine gute Zusammenarbeit unter den Häusern, „aber ich denke schon, dass wir tunlichst aufpassen müssen, dass wir sehr schonend mit unseren Ressourcen umgehen und diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so es geht auch zu schonen – auch wenn jetzt diese kritische Phase auf uns zukommt“, so Stadlbauer. Er rechne damit, dass eine Trendumkehr möglicherweise erst Ende nächster Woche zu sehen sei.

Infizierte in Bezirken (Land OÖ, 26. November, 17.00 Uhr)

Linz-Stadt 1.335
Steyr-Stadt 224
Wels-Stadt 472
Braunau am Inn 848
Eferding 438
Freistadt 500
Gmunden 291
Grieskirchen 819
Kirchdorf 469
Linz-Land 1.150
Perg 598
Ried 594
Rohrbach 579
Schärding 491
Steyr-Land 414
Urfahr-Umgebung 693
Vöcklabruck 877
Wels-Land 540

Land OÖ: Hausarzttest „voll anerkannt“

Das Land hat am Mittwoch klargestellt, dass ein positiver Antigentest, durchgeführt beim Hausarzt, im Behördenverfahren voll anerkannt werde und zur sofortigen Quarantäne führe. Die Hausärzte hätten dafür über die Ärztekammer auch entsprechende Formulare bekommen. Ein PCR-Test werde dann zwar in der Folge auch noch gemacht, doch ein Warten auf dieses Testergebnis sei für die Verhängung der Quarantäne nicht notwendig.

17.000 Grippeimpfdosen für Apotheken

Das Land Oberösterreich wird von jetzt zusätzlich gelieferten 20.000 Grippeimpfdosen rund 17.000 an die Apotheken weitergegeben, um die dortigen Wartelisten weiter abbauen zu können. Rund 3.000 werden für die Mitarbeiter in den oö. Alten- und Pflegeheimen und Einrichtungen nach dem Chancengleichheitsgesetz verwendet, kündigten LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) als Gesundheitsreferentin und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) in einer Presseaussendung am Mittwoch an. Damit soll die Gefahr einer Doppelbelastung durch Corona und Grippe verringert werden.

In Oberösterreich sind heuer insgesamt 200.000 Dosen bestellt worden, im Vorjahr waren es 50.000. Sie sind unter anderem für zum Teil kostenlose Impfaktionen bei Personen über 65, für Kinder, die als Multiplikatoren gelten, sowie für Lehrer und Spitalspersonal geplant. Neben der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und der Apothekerkammer hat erstmals auch das Land selbst Impfstoff selbst bei der Bundesbeschaffungsagentur geordert.

Erstmals mehr als 100 Tote in 24 Stunden

Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hat es in Österreich mehr als 100 Tote binnen 24 Stunden gegeben, insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer auf mehr als 2.000. Seit Dienstagvormittag starben 109 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19, so die Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium. Somit gibt es in Österreich bereits 2.054 Tote. In Oberösterreich sind bisher 355 Menschen (Stand 18.11.20, 08.00 Uhr) am oder mit dem Coronavirus gestorben.

Kurvengrafik, Verstorbene Österreich
APA

Polizei überwacht Lockdown-Vorschriften

Seit Dienstag gilt der neuerliche Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen und strengen Abstandsvorschriften. Wie schon im Frühjahr liegt es an der Polizei, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen. Landespolizeidirektor Andreas Pilsl sieht die Beamten vor allem in mahnender Rolle.

Keine „Aktion Scharf“ geplant

Pilsl sagt im Interview mit dem ORF OÖ deutlich, dass keine Schwerpunktaktionen im Sinne von Planquadraten oder ähnlichem geplant seien. Er gehe davon aus, dass die Landsleute sich an die Vorgaben halten würden. Allerdings sei durch die angespannte Terrorsituation ohnehin viel Polizei im öffentlichen Raum unterwegs. Diese Beamten würden auch gleich die Ausgangsbeschränkungen mitüberwachen, so der Landespolizeidirektor.

Sensibilisieren und aufklären – im Fall Organmandate

Es gehe darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren und aufzuklären und darum, wo Uneinsichtigkeit herrsche, auch durchzugreifen. Pilsl sagt: „Und genau so werden wir es angehen. Es gibt die Möglichkeit, abzumahnen. Und bei Maskenverstoß oder bei ungenügendem Abstand gibt es Organmandate.“

Sollte es dann tatsächlich Situationen geben, die nicht den Vorschriften entsprechen, dann seien die Polizisten angehalten, die Gesundheitsbehörden davon in Kenntnis setzen. Diese seien dafür zuständig, entsprechende Strafen auszusprechen.

Schulen: Wechsel zum Distance Learning meist problemlos

Die Schulen haben auf Distance Learning umgestellt – allerdings gibt es für Kinder, deren Eltern sie nicht zuhause beaufsichtigen können, das Angebot, Kinder in Schulen vom Pädagogen betreuen zu lassen. Laut Bildungsdirektion habe die Umstellung auf Heimunterricht beziehungsweise auch die Betreuung in den Schulen an den meisten Standorten problemlos funktioniert.

Mädchen sitzt bei Laptop
APA/Erwin Scheriau
Schulkinder sehen ihre Lehrer jetzt wieder nur am Bildschirm.

Ein Viertel der Volksschüler in Betreuung

In der Volksschule werden derzeit rund 25% der Kinder in der Schule betreut. In den Neuen Mittelschulen sind es 9% und an den AHS 4. Bei den Kindergärten kann man diese Zahl nur schätzen, weil es hier unterschiedliche Rechtsträger gibt. Laut Bildungsdirektion dürften aber rund 40-45 Prozent der Kinder in den Kindergärten sein.

Stellung beim Bundesheer verschoben

Aufgrund der Coronavirus-Situation wird das Bundesheer die Stellungsuntersuchungen reduzieren, so eine Aussendung am Mittwoch. Stellungspflichtige werden über die Stornierung ihres Termins per Brief verständigt. In den ersten Monaten des kommenden Jahres sollen die Termine nachgeholt werden.