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APA/dpa/Oliver Berg
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CoV-Cluster in Linzer Seniorenzentrum

Das Linzer Seniorenzentrum Kleinmünchen muss wegen eines Covid-Clusters geschlossen werden, darüber hat Samstagnachmittag der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) informiert. 20 Personen sollen dort infiziert sein. Weitere Testungen laufen.

Im Seniorenzentrum Kleinmünchen sind laut dem Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) 17 Bewohner sowie drei Personen des Betreuungsteams infiziert. Daher habe der Krisenstab der Stadt umgehend die Schließung des Zentrums sowie ein Besuchsverbot verhängt, so der Bürgermeister in einer Aussendung.

Zehn der 17 Covid-Patienten würden im Krankenhaus betreut, sieben würden keine oder nur leichte Symptome aufweisen und seien unter erhöhten Schutzvorrichtungen im Seniorenzentrum isoliert worden. Alle nicht Erkrankten des Zentrums seien ebenfalls in geschlossenen Bereichen isoliert worden, heißt es.

Zwei Mitarbeiterinnen sollen sich außerhalb des Zentrums infiziert und das Virus dann im Zentrum verbreitet haben. Man habe umgehend die Sicherheitsvorkehrungen erhöht, das Personal arbeite in Schutzanzügen und für die einzelnen Stockwerke gebe es eigene Teams, die sich untereinander nicht begegnen würden. Das Besuchsverbot für Angehörige gelte nur, solange es unbedingt nötig sei, so Luger und Vizebürgermeisterin und Sozialreferentin Karin Hörzing (SPÖ).

7.615 in Quarantäne

Laut Krisenstab des Landes waren am Samstag mit Stand 12.00 Uhr in Oberösterreich 1.728 Menschen infiziert (positiver Test sowie Covid-19-Symptome). 226 Neuinfektionen sind in Oberösterreich von Freitag auf Samstag dazugekommen. 7.615 Menschen befinden sich derzeit in Quarantäne, 118 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, 14 von ihnen auf Intensivstationen. 79 Personen sind bisher in Oberösterreich im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben.

Infizierte in Bezirken (Land OÖ, 29. Oktober, 8.00 Uhr)

Linz-Stadt 632
Steyr-Stadt 132
Wels-Stadt 321
Braunau am Inn 235
Eferding 240
Freistadt 272
Gmunden 393
Grieskirchen 403
Kirchdorf 94
Linz-Land 429
Perg 181
Ried 378
Rohrbach 267
Schärding 313
Steyr-Land 184
Urfahr-Umgebung 202
Vöcklabruck 442
Wels-Land 243

Pilotprojekt für CoV-Tests im Innviertel

Im Bezirksalten- und Pflegeheim Esternberg (Bezirk Schärding) läuft ab November ein Pilotprojekt. Ein Teil der Mitarbeiter wird einmal pro Woche mit den neuen Antigen-Tests auf eine mögliche Coronavirus-Infektion getestet. Ebenso Bewohnerinnen und Bewohner, die zum Beispiel für eine Geburtstagsfeier das Haus verlassen, so Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ).

„Esternberg hat eine Größe die sehr passend ist, das Projekt wird auch wissenschaftlich begleitet. Das heißt, wir brauchen auch eine Anzahl von Personen, die in Frage kommen für diese Testungen. Das sind 169 Personen, das sind die Beschäftigten im Pflegeheim in Esternberg, die Service-Einheiten, die Dienstleister und auch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sichern das aber natürlich ab, wenn so ein Test positiv ist, wird dann im Anschluss auch noch ein PCR-Test gemacht und wir schauen dann natürlich, dass diese Testergebnisse beide positiv sind um nicht unnötig Maßnahmen einzuleiten“, so Gerstorfer.

Antigen-Tests günstiger und schneller

Die Antigen-Tests hätten den Vorteil, viel günstiger und in der Auswertung schneller zu sein, heißt es von Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP). Allerdings gelten die Antigen-Tests als nicht so sensitiv wie die PCR-Tests. Wenn sie sich bewähren, können die neuen Tests wesentlich zur Erhöhung der Sicherheit in den Pflegeheimen beitragen, so die beiden Politikerinnen.

Lamprecht: Nicht mit Grippe vergleichbar

Die derzeit stark steigenden Coronavirus-Infektionszahlen seien auch auf eine gewisse Sorglosigkeit in Teilen der Bevölkerung zurückzuführen. Das sagte Freitagabend der Vorstand der Abteilung für Lungenheilkunde am Kepler Uni-Klinikum, Bernd Lamprecht in der Zeit im Bild 2. Auch vor dem Hintergrund steigender Patientenzahlen in den Spitälern, warnte er einmal mehr davor, das Coronavirus nicht mit einer Grippe zu vergleichen.

CoV-Experte zu den neuen Verschärfungen

Im ganzen Land geht die Zahl der Infizierten nach oben. Das liegt nicht nur an den höheren Temperaturen sondern auch an steigender Sorglosigkeit, wie Primar Bernd Lamprecht aus Linz erklärt.

Haberlander fordert kürzere Quarantäne

Unterdessen spricht sich Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) dafür aus, die Quarantäne-Zeit von 10 auf fünf Tage zu reduzieren. In den Oberösterreichischen Nachrichten meint sie, das sei medizinisch zu rechtfertigen. Ein Ansteigen der Infektionszahlen habe zur Folge, dass auch viele Kontaktpersonen in Quarantäne müssen. Diese fehlen dann im Arbeitsleben und das sei ein Lockdown durch die Hintertür.

Gästeregistrierung wird verpflichtend

Oberösterreich führt aufgrund steigender CoV-Infektionen eine verpflichtende Gästeregistrierung in der Gastronomie ein. Zudem sollen die Schutzbestimmungen in Alters- und Pflegeheimen erhöht werden. Die am Dienstag in Kraft tretende Verordnung schreibt etwa das Tragen von Masken von Besuchern, Fiebermessen beim Eingang und Erfassung der Kontaktdaten vor. Das gaben Landeshauptmann Thomas Stelzer und seine Stellvertreterin Christine Haberlander (beide ÖVP), Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) am Freitag bekannt. Mehr dazu in Gästeregistrierung wird verpflichtend (ooe.ORF.at).