Handy mit Nummer der Telefonseelsorge 142
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Chronik

Welttag der Suizidprävention

Drei bis vier Menschen nehmen sich in Österreich pro Tag das Leben. Am Donnerstag soll mit dem Welttag der Suizidprävention dieses Tabuthema in den Mittelpunkt gerückt werden.

Heuer sei der Gesprächsbedarf aufgrund der Coronavirus-Krise deutlich höher, so die Telefonseelsorge, die Betroffene einmal mehr daran erinnert, dass bei Problemen eines wichtig ist: darüber zu reden.

Angebot um das Drei- bis Vierfache aufgestockt

Bei der Telefonseelsorge, die unter der Rufnummer 142 zu erreichen ist, musste aufgrund der steigenden Nachfrage im März und im April das Angebot um das Drei- bis Vierfache aufgestockt werden, so Barbra Lanzerstorfer-Holzner: „Es geht vor allem um psychisch kranke, einsame Menschen, aber auch junge Erwachsene, Familien in prekären Verhältnissen, oder auch Menschen, die in konflikthaften Beziehungen leben."

Zahl der Suizide rückläufig

Oft werden dabei auch Suizidgedanken geäußert. Die Zahl der Selbsttötungen in Oberösterreich ist von 211 im Jahr 2016 auf 177 im Jahr 2018 gesunken. Heuer, so die Befürchtung, könnten die Zahlen wieder ansteigen. Für eine konkrete Prognose sei es jetzt aber noch zu früh, so Tomas Kapitany von der Kriseninterventionszentrum in Wien: „Weil sich eine gewisse Verzögerung dadurch ergibt, dass Personen ja auch erst damit konfrontiert werden, wie nachhaltig und anhaltend die Veränderungen, die sie betreffen, sind oder sein werden.“

16.000 Gespräche im Vorjahr geführt

Etwa 16.000 Gespräche wurden im Vorjahr von der Telefonseelsorge in Oberösterreich geführt. Ein Zeichen, dass einfach erreichbare Hilfe gut angenommen werde, so Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ): „Es ist sicher so, dass für jede Person Lösungen und Auswege gefunden werden könnten, wenn sich die Menschen an die Beratungseinrichtungen oder Ärzte wenden würden. Daher ist es aus meiner Sicht so wichtig, dass es Anlaufstellen für diese Menschen gibt und dass es bekannt ist, dass es diese Anlaufstellen gibt.“