Testament wird handschriftlich verfasst
APA/ZB/Jens Büttner
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Chronik

Probleme mit Testamenten

Ein Welser Anwalt rechnet in den nächsten Jahren mit zahllosen Erbschafts-Streitereien. Der Grund dafür: ein Formfehler – Testamente, die vor 2017 verfasst wurden, weisen diesen oftmals auf. Der OGH hat bereits mehrmals die Entscheidung „Testament ungültig“ getroffen.

Der Welser Anwalt Lorenz Kirschner hat sich auf Erbrecht spezialisiert und beobachtet seit geraumer Zeit deutlich mehr Streitereien ums Erbe als früher. „Von den 60.000 bis 70.000 jährlich errichteten Testamenten, die auch von Experten – also Notaren oder Anwälten errichtet wurden – sind meiner Einschätzung nach 30 Prozent ungültig“, so Kirschner.

Probleme mit Testamenten

„Testament ungültig“: Der Oberste Gerichtshof hat bereits mehrere Entscheidungen dieser Art getroffen, weil Testamente, die vor 2017 verfasst wurden, nicht den Formvorschriften entsprechen. Ein Welser Anwalt rechnet in den nächsten Jahren mit zahllosen Erbschafts-Streitereien.

Formfehler führen zu Ungültigkeit

Die Rede ist von Testamenten, die von fremder Hand geschrieben wurden und eine bestimmte Form aufweisen müssen. Am besten, so der Anwalt, sei es, das Schriftstück einseitig zu verfassen. Einzelne Blätter müssen im Zuge der Testamentserstellung verbunden werden. Heft- oder Büroklammern reichen nicht.

Notariatskammer geht von weniger aus

In mehreren Fällen hat der Oberste Gerichtshof (OGH) die Ungültigkeit auch schon bestätigt. Friedrich Jank, der Präsident der oberösterreichischen Notariatskammer kennt diese Urteile freilich auch, geht aber von deutlich weniger Fällen mit Formfehlern aus. „Die Praxis zeigt, dass immer wieder ein paar Testamente solche Formfehler aufweisen, aber nicht der Großteil.“

Der Forderung des Anwalts, dass Notare aktiv an ihre Klienten herantreten mögen, um fremdhändige Testamente mit Formfehlern neu zu erstellen, würde Folge geleistet, so Friedrich Jank. Unisono empfehlen Kirschner wie Jank ein Testament von Zeit zu Zeit überprüfen zu lassen insbesondere in Zusammenhang mit der neuen strengen Rechtssprechung, was die Form des letzten Willens betrifft.