Grundlage für den neuen Test ist, wie bei den anderen Verfahren auch, eine Gurgellösung, ein Abstrich der Nasenschleimhäute oder eine einfache Speichelprobe, so der gebürtige Steyrer Jakob Schnabl im Interview mit dem ORF OÖ. Die Proben müssen dann – noch – von medizinischem Personal, ins Labor gebracht und mit speziellen Maschinen ausgewertet werden.

Schritte optimiert
An der Akademie der Wissenschaften fand sich ein Team aus verschiedenen Instituten zusammen und setzte sich zum Ziel, diesen kosten-, zeit- und arbeitsintensiven Aufwand zu vereinfachen. „Wir haben verschiedene Schritte optimiert; zum einen welche Region das Virus detektiert wird, zum anderen dieser Farbumschlag, damit man den leicht auslesen kann und, dass dieser Farbumschlag mit verschiedenen Input-Materialien kompatibel ist“, so Schnabl.
„Nur eine konstante Temperatur ist nötig“
Einer der Wissenschaftler arbeitete in den USA und in England bereits mit Sars- und Ebolaviren. Dieses Wissen wird genutzt, um den Test auch für das Coronavirus aufzubereiten. Und während bei den bisherigen sogenannten PCR-Verfahren Spezialmaschinen erforderlich sind, ist bei dieser neuen Methode einzig und allein wichtig, dass die Temperatur konstant 63 Grad Celsius beträgt. Innerhalb von 30 Minuten sei ein Ergebnis zu sehen, erklärt Schnabl.

Der Vorteil des schnellen Verfahrens liege darin, dass auf diese Art und Weise, schnell viele Menschen getestet werden könnten, Forschungsleiterin Andrea Pauli. Innerhalb von einer Stunde hätte man bei einer Konferenz, einer Veranstaltung oder auch am Flughafen ein Ergebnis: „Da kann man lokal wirklich schnell testen, ohne großes Equipment – und das ist der Riesenvorteil“.
Hoffnung auf Produktion in wenigen Monaten
Die Geschwindigkeit und Effizienz ist auch für Forscher Julius Brennecke ein Hauptfaktor: „Wir hoffen, dass diese Forschungsarbeit einen Stimulus bringt, sodass es tatsächlich im Herbst-Winter dazu kommt, dass wir in einem Land wie Österreich viel, viel mehr, schneller und effektiver testen". Auch für Entwicklungsländer ohne optimale medizinische Infrastruktur seien Test mit einfacher Handhabe wichtig.
Die Methode durchlaufe derzeit die Prüfverfahren, die für eine Zulassung notwendig sind. Dann, so hoffen die Wissenschaftler, könnte der Test vielleicht schon bald auch in großer Stückzahl hergestellt werden.
Weniger Neuinfektionen
In Oberösterreich ging die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen am Sonntag erneut zurück. Von Samstag- bis Sonntagabend kamen 33 Fälle dazu, berichtete der Krisenstab. Von Freitag auf Samstag gab es einen Zuwachs bei den neu infizierten Personen von 36. Damit gab es in den vergangenen beiden Tagen einen deutlichen Rückgang bei den Neuinfektionen im Vergleich zum Freitag an dem man mit 60 neuen Fällen einen der bisher höchsten Werte im Juli erreicht hatte.
Zur Erinnerung: Am 1. Juli lag die Zahl bei 61, was das Land Oberösterreich veranlasste, die Lockerungen beim Mund-Nasen-Schutz zurückzunehmen. Erst am Dienstag, nicht wie ursprünglich angekündigt am Montag, soll es eine Entscheidung über eine bundesweite Maskenpflicht geben – mehr dazu in Maskenpflicht im Supermarkt vor Comeback (news.ORF.at).
Zehn neue Fälle nach Reisen
Bei Fällen, die auf Reiserückkehrer zurückzuführen sind, gab es einen Anstieg von zehn Personen. Bisher gab es 68 Fälle von Reisenden, die in Summe 46 Folgefälle ausgelöst haben. Der bekannte Cluster Freikirche war mit 243 Personen seit Ausbruch gleich geblieben.