Darstellung des Coronavirus
unsplash/Fusion Medical Animation
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Politik

Dritter Todesfall nach Covid-19-Infektion

Es gibt in Oberösterreich einen dritten bestätigten Todesfall durch eine Erkrankung mit dem Corona-Virus. Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern starb am Dienstagabend eine Frau. Die Zahl der CoV-Tests soll auf 1.200 pro Tag gesteigert werden, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP).

Mit 700 Tests pro Tag liege Oberösterreich bundesweit im Spitzenfeld, so Stelzer und seine Stellvertreterin Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) in einer Aussendung am Dienstag. Und diese Zahl solle weiter gesteigert werden – auf 1.200 Tests pro Tag ab nächstem Montag. Man arbeite mit Hochdruck daran, die notwendige Infrastruktur herzustellen. „Voraussetzung ist aber auch, dass uns der Bund die notwendigen Ressourcen wie Testkits und Schutzkleidung zur Verfügung stellt“, so Stelzer und Haberlander.

Dritter Todesfall in OÖ: 95-jährige Frau

Am Dienstagabend ist eine 95-jährige Frau im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz verstorben. Sie war vor einer Woche in das Spital eingeliefert worden. Laut der ärztlichen Leitung steht der Todesfall mit einer Covid-19 Infektion in Zusammenhang. Die 95-jährige Frau hatte eine Reihe von Grunderkrankungen.

Es handelt sich um den dritten Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus in Oberösterreich. In der Vorwoche starb eine 27-jährige Frau mit schweren Vorerkrankungen im Linzer Kepler-Klinikum, ein infizierter 53-jähriger Mann aus dem Bezirk Linz-Land erlag zuhause einem Herzstillstand.

Tausende offiziell bestätigte Covid-19-Fälle in Österreich

In Österreich gab es am Mittwoch (Stand 15.00 Uhr) laut den Daten des Gesundheitsministeriums 5.560 Personen, die nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert sind. Im Vergleich zu Dienstag 15.00 Uhr entspricht das einer Steigerung von 14,03 Prozent. Damit ist die Steigerungsrate wieder niedriger als zuletzt, wobei auch weniger getestet wurde.

Coronavirus – Entwicklung seit Februar, Stand 25.3.
APA/Christina Uhl/wax

Die meisten Fälle gab es erneut in Tirol mit 1.396. Laut Land Oberösterreich befinden sich in Oberösterreich derzeit (Stand Mittwoch, 17.00 Uhr) 6.874 Menschen in Quarantäne, 47 im Spital, davon sechs auf Intensivstationen. Positiv getestet wurden demnach 956.

Erkrankte in Bezirken (Land OÖ, 4.4., 17.00 Uhr)

Linz-Stadt 163
Steyr-Stadt 33
Wels-Stadt 35
Braunau am Inn 71
Eferding 28
Freistadt 65
Gmunden 43
Grieskirchen 48
Kirchdorf 22
Linz-Land 122
Perg 182
Ried 16
Rohrbach 75
Schärding 31
Steyr-Land 93
Urfahr-Umgebung 179
Vöcklabruck 68
Wels-Land 43

Die aktuellsten Zahlen der Coronavirus-Fälle können jederzeit unter dem folgenden Link auf der Website des Gesundheitsministeriums abgerufen werden:

Keine Akzeptanz bei „Testverweigerern“

Keine Akzeptanz gebe es bei „Testverweigerern“. In der Volksschule Alberndorf (Bezirk Urfahr-Umgebung) ließen laut Stelzer und Haberlander zwei Eltern den für den Test nötigen Gaumenabstrich nicht zu. Es werde rechtliche Schritte geben.

Schutzmaßnahmen Coronavirus
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Tests an Schulen

Von 191 Schülern der Volksschule Alberndorf seien 175 negativ und zwölf positiv getestet worden. Die Neue Mittelschule Schwertberg (Bezirk Perg) wurde ebenfalls geschlossen, da eine Lehrerin möglicherweise infiziert sei, heißt es vonseiten des Landes. Demnach wurden und werden alle 30 Lehrkräfte und alle 196 Kinder getestet. Derzeit liegen 14 Ergebnisse vom Lehrpersonal vor. Davon sind sechs positiv und acht negativ.

Weitere Fälle in Seniorenheimen

In Oberösterreich waren bis Mittwochmittag Fälle von Corona-Infektionen in vier Seniorenheimen bekannt. Neu dazu kam ein positiv getesteter Mitarbeiter im Seniorenheim Braunau. Alle Bewohner des betreffenden Stockwerks und alle Beschäftigten werden nun getestet, hieß es vonseiten des Landes Oberösterreich. Im Seniorenheim Engerwitzdorf (Bezirk Urfahr-Umgebung), wo ein Mitarbeiter positiv getestet wurde, sollen alle Heimbewohner überprüft werden. Nachdem drei von 59 Mitarbeitern und zwei von 16 getesteten Bewohnern im Altersheim in St. Georgen an der Gusen (Bezirk Perg) infiziert sind – eine Person ist im Krankenhaus –, sollten am Mittwoch mehr Ergebnisse kommen und weitere 61 Bewohner auf das Virus überprüft werden.

Zahl der Infizierten im Seniorenheim Neuhofen steigt

In Neuhofen an der Krems (Bezirk Linz-Land) wurde bei mindestens 15 Bewohnern (Stand 9.00 Uhr) das Coronavirus nachgewiesen. Demnach wurden auch fünf Mitarbeiter infiziert. Am Dienstag war bestätigt worden, dass sich Bewohner des Pflegezentrums mit dem Coronavirus angesteckt hatten – mehr dazu in Acht Bewohner in Altenheim infiziert (ooe.ORF.at).

Noch viele Tests ohne Ergebnis

Ein Großteil der Testergebnisse steht aber noch aus. Insgesamt wurden bei Bewohnern, Mitarbeitern, bei Verwandten und Lieferanten des Seniorenheims mehr als 200 Tests angeordnet. Ausgewertet wurden bis Mittwochfrüh erst 67 davon. Die restlichen Daten werden im Laufe des Tages erwartet.

Pflege: Gewerkschaft fordert Tests für alle

Die Gewerkschaft fordert angesichts der steigenden Zahlen an Coronavirus-Infizierten Testungen für Pflege- und Betreuungspersonal. „Eine Ausbreitung des Virus in diesem besonders kritischen Bereich hätte katastrophale Auswirkungen“, so Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der GPA-djp, am Mittwoch via Aussendung. Spätestens bei Symptomen müssten Tests durchgeführt werden – mehr dazu in: Gewerkschaft fordert Tests von Pflegepersonal (news.ORF.at).

Pfleger unter „neuen Arbeitslosen“ gesucht

Das Gesundheitsressort arbeite währenddessen an Lösungsmöglichkeiten bei der Pflegebetreuung. So könnte es laut Gesundheitslandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) finanzielle Anreize für die ausländischen 24-Stunden-Pflegekräfte geben, dass die länger dableiben. Aber auch Personen aus dem Bereich des Arbeitsmarktservice (AMS) würden angesprochen. „Es gibt in dieser Gruppe der neuen Arbeitslosen ja Personen, die irgendwann einmal in der Pflege oder in einem Gesundheitsberuf gearbeitet haben – diese Menschen schreiben wir an und ersuchen sie mitzuhelfen.“

Hotline bei Problemen für 24-Stunden-Betreuung

Für Probleme im Zusammenhang mit der 24-Stunden-Pflegebetreuung hat das Land OÖ eine Hotline eingerichtet. Die neue Hotline unter der Nummer 0732 / 7720-78333 erreichbar, bis auf weiteres von Montag bis Freitag von 08.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Bei Bedarf ist eine weitere Aufstockung der Telefonzeiten möglich, so Gerstorfer in einer Medienaussendung am Mittwoch. Wenn keine mobile Betreuung zustande komme, gehe es darum kurzfristig eine Unterbringung in Alten- und Pflegeheimen oder Ersatzunterkünften sicherzustellen.

Soziallandesrätin Gerstorfer zum drohenden Pflegenotstand

Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) über Strategien gegen einen möglichen Pflegenotstand.

6.000 Pflegekräfte könnten fehlen

3.000 bis 4.000 pflegebedürftige Menschen in Oberösterreich werden üblicherweise von etwas mehr als 6.000 Betreuerinnen zu Hause gepflegt, in Durchgängen von zwei oder vier Wochen. Noch sind die Pflegekräfte da, bei einem Wechsel wird es aber schwierig. Denn die Ablöse aus der Slowakei oder auch aus Rumänen hat so gut wie keine Chance, nach Österreich zu kommen. Die Kleintransporte fahren nicht mehr. Ungarn hat die Grenzen geschlossen. Mehr dazu in CoV: Probleme im Pflegebereich (ooe.ORF.at)

Man setze auf die Hilfsbereitschaft der Oberösterreicher und Oberösterreicherinnen. Auch Pflegeschüler und Kräfte aus Rehabilitationszentren kämen dafür in Frage. Es würden in diesem Ausnahmefall befristete Beschäftigungsverhältnisse eingegangen werden, so Gerstorfer und „nachher kann man ohne Zweifel wieder in den angestammten Beruf gehen“.

Es sei noch unabsehbar, wie lange Grenzen geschlossen seien, welche 24-Stunden-Betreuerinnen bleiben oder auch nicht wieder kommen dürften. „Wir müssen Schritt für Schritt schauen, was wir lösen können“. Der Notfallplan sei, dass all jene Personen mithelfen, „die aktuell in Kurzarbeit sind oder keiner Tätigkeit nachgehen können“. Daran werde gerade gearbeitet, so Gerstorfer.

Heimische Firmen nähen Masken

Ein großes Problem der Coronavirus-Krise ist der schwindende Vorrat an Schutzmasken. Der Weltmarkt ist mehr oder weniger leergekauft. Wie wichtig jetzt heimische Betriebe sind, die Produkte für das Gesundheitssystem herstellen, ist kaum zu überschätzen. Bei der Linzer Firma Goldhauben-Webe nähen 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waschbare Schutzmasken. Andere Firmen haben Teile der Produktion umgestellt. So produziere etwa der Sportbekleidungshersteller Löffler in Ried im Innkreis täglich 500 bis 800 Masken und beliefere damit das Land Oberösterreich, das Krankenhaus Ried im Innkreis sowie das Rote Kreuz, so Geschäftsführer Otto Leodolter zur APA – mehr dazu in Maskenproduktion in heimischen Betrieben (ooe.ORF.at).

FACC plant Kurzarbeit, Lenzing rechnet mit Einbußen

Der Innviertler Luftfahrtzulieferer FACC streicht für das Geschäftsjahr 2019 die Dividende. Wegen des Einbruchs im Flugverkehr und entsprechender Auftragsschwankungen soll ein „Großteil der Belegschaft“ für drei Monate in Kurzarbeit gehen. Die Lenzing AG setzt die Prognose aus. Die Lenzing-Gruppe erwarte wegen der globalen Coronavirus-Pandemie einen negativen Einfluss auf die Absatzmengen im Textilfasergeschäft – mehr dazu in FACC: Keine Dividende und Kurzarbeit (ooe.ORF.at).

Normalität: Bundeskanzler dämpft Hoffnung

Noch diese Woche will die Bundesregierung eine Zwischenbilanz zur Wirkung der Maßnahmen gegen das Coronavirus ziehen. Davon wird abhängen, wann diese gelockert werden können. Zumindest in puncto Schule dämpfte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Hoffnungen auf ein schnelles Zurück zur Normalität. Die Frage, die sich im Moment viele stellen, ist überhaupt die, wie es nach Ostern weitergehen wird – mehr dazu in Schließungen noch „deutlich länger“ möglich (news.ORF.at).