Echte Grippe gefährlicher als Coronavirus
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GESUNDHEIT

Echte Grippe gefährlicher als Coronavirus

Während die weltweite Aufmerksamkeit derzeit dem Corona-Virus und seinen Folgen gehört setzt derzeit im Hintergrund ein ganz anderes Virus seinen alljährlichen Eroberungsfeldzug fort.

Die Rede ist von der echten Grippe, an der zwar jedes Jahr zahlreiche Menschen sterben, die aber dennoch immer wieder unterschätzt wird. Ärzte und Gesundheitspolitiker rufen zur Schutzimpfung auf.

Besonders viele Menschen erkrankt

Die aktuellen Zahlen der oberösterreichischen Gesundheitskasse zeigen einen rasanten Anstieg der Fälle von echter Grippe. Obwohl hier natürlich nur die Krankenstände der versicherten Arbeitnehmer erfasst werden ist die Tendenz eindeutig.

Person mit Fieberthermometer
APA/Barbara Gindl

Vor einer Woche waren nur 96 echte Grippefälle gemeldet, jetzt sind es schon 182. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit nur 65. Derzeit sieht es also so aus, als würden heuer besonders viele Menschen an der echten Grippe erkranken.

Unterschätzte Grippe

Doch sie wird oft völlig unterschätzt, beklagt die Virologin Petra Apfalter vom Ordensklinikum der Elisabethinen in Linz: „Wahrscheinlich hat es etwas mit Gewöhnung zu tun, denn es ist ein alle Jahre wiederkehrendes Ereignis.“

Fakt sei laut der Expertin, dass hunderte Österreicherinnen und Österreicher mit der Influenza zuhause liegen würden und jedes Jahr in unterschiedlicher Menge Menschen daran versterben.

Grippetote in Österreich

Verwaiste Schulbänke in der Volksschule
ORF

Die Schätzungen liegen zwischen 1000 und 2000 Grippetoten pro Jahr in Österreich. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Menschen mit ernsten Vorerkrankungen oder Übergewicht, schwangere Frauen oder auch Kinder.

Allein im Vorjahr sind sechs Kinder an der Grippe gestorben. Fälle, die zum Großteil vermieden hätten werden können, so Mediziner und Gesundheitspolitiker, denn es gebe eine wirksame Schutzimpfung.

Bevölkerung überwiegend ungeimpft

Doch laut aktuellen Schätzungen sind nicht einmal zehn Prozent der Bevölkerung gegen Grippe geimpft: „Man kann nur appellieren, dass sich das Gesundheitspflegepersonal und die Ärzte, also alle, die in irgendeiner Weise für Kranke Obsorge tragen, impfen lassen, um nicht Überträger von einem doch so dramatisch verlaufenden Virus sein zu können.“

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Es wäre laut der Expertin eine „großartige Idee“ wenn man die Impfpflicht einführen würde. Das Gesundheitsministerium berät derzeit Maßnahmen, wie die Durchimpfungsrate gesteigert werden kann. Ob auch eine Impfpflicht dabei ist, wird sich zeigen.