Eine Weinflasche wird als Weihnachtsgeschenk verpackt
ORF.at/Roland Winkler
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Wirtschaft

Jeder Dritte verschuldet sich für Weihnachten

Jedes Jahr geben die Oberösterreicher zu Weihnachten Millionen aus. Jeder Dritte nimmt dafür sogar Schulden in Kauf. Den Schuldenberatern treibt diese Entwicklung die Sorgenfalten auf die Stirn.

Der Flachbildfernseher auf Raten, die neuen Handys für die Kinder, dazu noch eine kurze Auszeit im warmen Süden: Alle Jahre wieder – die Verlockung ist groß, ebenso der Konsumdruck. Tausende Oberösterreicher rutschen in der Weihnachtszeit ins Minus, viele merken das oft gar nicht.

„Anerkennung oft über Wert der Geschenke“

Thomas Berghuber, der Geschäftsführer der Schuldnerberatung OÖ: „Da geht es natürlich auch um Gutgehenlassen und den Weihnachtsfrieden. Das bedeutet, dass man die Kinder oder Freunde so beschenken will, dass diese sich freuen und Anerkennung für den Schenkenden bringen. Das geht in einer Konsumgesellschaft auch sehr stark über den Wert der Geschenke. Da das Finanzieren auf Kredit mittlerweile sehr einfach ist, wird es vielfach nicht kapiert, dass dies ein Riesenproblem sein könnte.“

„Viele legen Schulden unter den Weihnachtsbaum“

Weihnachten bringe das Schuldenfass in vielen Fällen zum Überlaufen. Der Geschäftsführer der Schuldnerhilfe OÖ, Ferdinand Herndler, rät von Käufen auf Pump ab: „Wenn ich über Kontoüberzug Geschenke finanzieren möchte, sagen wir Finger weg. Da legt man Schulden unter den Weihnachtsbaum, die man ja auch bezahlen muss. Da wird es im nächsten Jahr nicht mehr so angenehm, wenn die Rechnungen dafür kommen.“ Die Schuldnerberatungen rüsten sich jedenfalls für einen ersten Ansturm zu Jahresbeginn.