Hitlers Geburtshaus in Braunau
APA/MANFRED FESL
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Politik

Zufriedenheit in Braunau mit Hitlerhaus-Lösung

Lange war ungeklärt, was mit Hitlers Geburtshaus in Braunau passieren soll. Jetzt steht fest: die Polizei zieht dort ein – genau genommen das Bezirkskommando Braunau. Das hat Innenminister Wolfgang Peschorn bekannt gegeben. In der Stadt ist man zufrieden.

Zufrieden auch vor allem, weil die Dauerdiskussion ein Ende findet, so der Braunauer Bürgermeister Johannes Waidbacher (ÖVP): „Es ist eine Entscheidung, mit der die Stadt Braunau Leben kann. Es folgt den Empfehlungen der interdisziplinären Kommission, die entweder eine administrative oder eine sozialkaritative Nachnutzung vorgesehen hat. Es ist die administrative Nachnutzung geworden. Mit dieser Nachnutzung durch die Polizei werden Handlungen, die dem Verbotsgesetz zuwiderlaufen, unterbunden.“ Zur Geschichte und der Tatsache, dass Braunau der Geburtsort von Adolf Hitler ist, stehe man ohnehin seit Jahren, so Waidbacher.

„Historischen Kontext miteinbeziehen“

Florian Kotanko vom Verein für Zeitgeschichte in Braunau hält die Nutzung des Hauses als Polizeiinspektion ebenfalls für eine gute Lösung, er will aber auch den historischen Kontext des Hauses einbeziehen, wie er gegenüber dem ORF Oberösterreich sagte: „Es könnte durchaus sein, dass zum Beispiel ein Raum im Erdgeschoß allgemein zugänglich gemacht wird. In diesem einen Raum sollte dann die Geschichte oder die Beziehung oder vielmehr auch die Nichtbeziehung Adolf Hitlers zu diesem Haus dargestellt werden. Im Rest des Gebäudes könnten dann, wie übrigens Hitler auch einmal vorgeschlagen hat, Kanzleien untergebracht werden, in diesem Fall eine Polizeidienststelle.“ Start für den Umbau des Hitler Geburtshauses in eine Polizeiinspektion soll 2020 sein.