Rohrweihe im Flug
RKatzinger
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Chronik

Jäger schoss geschützten Greifvogel

In Suben (Bezirk Schärding) hat offenbar ein Jäger einen streng geschützten Vogel, eine Rohrweihe, abgeschossen. Ein Passant wurde Zeuge des Vorfalles – er fotografierte den mutmaßlichen Schützen und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Die Rohrweihe zählt zu den seltensten Greifvögeln Oberösterreichs und ist nach der Vogelschutzrichtlinie streng geschützt, heißt es von Birdlife Österreich – es seien lediglich 15 bis 25 Brutpaare in Oberösterreich bekannt.

Spaziergänger beobachtete den Abschuss

Seit wenigen Tagen gibt es leider ein Exemplar weniger: Ein Spaziergänger, der in Suben mit in den frühen Morgenstunden mit seinem Hund unterwegs war, wurde Zeuge als ein Rohrweihen-Männchen abgeschossen wurde. Nach einem ersten Schuss flog der Greifvögel plötzlich schief, nach einem zweiten Schuss trudelte er zu Boden, so der Zeuge. Laut Birdlife Österreich fand der Mann den zunächst noch lebenden Vogel, dann soll aber der Jäger das Tier mitgenommen haben. Als Rechtfertigung für die Schüsse gab der Jäger laut Polizei an, er habe Krähen gejagt. Der Zeuge schaffte es allerdings noch, das Tier und den Jäger zu fotografieren.

abgeschossene Rohrweihe auf dem Boden
Privat
Das abgeschossene Tier lebte noch, als der Zeuge das Beweisfoto machte.

Tierschützer und Jagdverband für Entzug der Jagdkarte

Schon der Verlust einer Rohrweihe stelle für die regionale Population einen schweren Rückschlag dar, sagen die Vogelschützer. Sowohl Birdlife Österreich, der Naturschutzbund Oberösterreich, der WWF Österreich aber auch der oberösterreichische Jagdverband betonen, den Abschuss aufs Schärfste zu verurteilen. Da die Tat beobachtet und dokumentiert wurde, hoffen sie, wie sie in einer Aussendung schreiben, auf eine gerechte Verurteilung des Schützen und den Entzug der Jagdkarte.