„Schnulzodrom“ zum neuen deutschen Schlager

Michael Huemer hat wieder einmal im Akustik-Archiv von Radio OÖ gestöbert und ein herrlich satirisches „Schnulzodrom“ zum damals neuen deutschen Schlager von Haymo Pockberger gefunden - zu hören am Sonntag ab 21.03 Uhr.

In der satirischen Ö3-Sendung „Das Schnulzodrom“, aufgenommen und produziert im Landesstudio OÖ, wurde der neue deutsche Schlager von Haymo Pockberger aufs Korn genommen, indem er die Texte untersuchte und sie mit spöttischen Kommentaren versah, anfänglich noch ohne Nennung derjenigen, die sie sangen, später dann doch.

Nostalgie Radio

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Pockberger wurde 1925 in Salzburg als Sohn eines Forstmeisters geboren, er erlernte die Schauspielerei und wurde Komödiant. Den Krieg erlebt er an der Ostfront. Seine Reifeprüfung legte er im Jahr 1948 am Wiener Reinhardt-Seminar ab, danach arbeitete er an den Theatern in Salzburg und Bregenz.

Sendungshinweis:

„Lust aufs Leben - Kultur aus allen Richtungen“, 12. Mai, 21.03 Uhr

Nur zwei Jahre später treibt es ihn zur Sendergruppe Rot-Weiß-Rot in Linz, wo er am 1. Oktober 1950 als Sprecher beginnt. Sein Komödiantentum und sein Humor führten dazu, dass er im Herbst 1968 zum Unterhaltungschef des Landesstudios bestellt wird. Und damit setzte eine Reihe von Sendungen ein, denen großer Erfolg beschieden war. Eine davon war das „Schnulzodrom“, das von 1969 bis 1974 im Programm von Ö3 zu hören war. Es wurde auch von deutschen Rundfunkanstalten übernommen. Auch die Höheren Schulen des Landes und sogar solche des Auslandes haben Schnulzodrom-Sendungen angefordert und für Lehrzwecke eingesetzt.

Das Schnulzodrom war eigentlich eine Reaktion auf den sogenannten Schnulzenerlass vom damaligen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher, der sich bitter über die Schnulzeninvasion auf Ö3 beklagte und eine drastische Reduktion der Quote deutschsprachiger Musik anordnete. Der zunehmende Trend auch zahlreicher anderer deutschsprachiger Musiksender, generell kaum noch Schlager zu spielen, führte ab Mitte der 90er-Jahre zur Forderung einer gesetzlich geregelten Musikquote nach französischem Vorbild.

Hier können Sie die Sendung nachhören:

Michael Huemer /ooe.ORF.at