„Premiere“: Peter Fabjan und Thomas Bernhard

Am 12. Februar jährt sich der Todestag Thomas Bernhards zum dreißigsten Mal. Peter Fabjan, Bernhards Halbbruder, erzählt in „Premiere“ auf eindrucksvolle Weise aus dem Leben des weltberühmten Schriftstellers.

Sendungehinweis:

„Premiere - Literatur. Lebensart. Livemusik“, 2.2.19, 19.03 Uhr

In der TV-Gesprächsreihe „Menschenkinder“ - einer Koproduktion von ORFIII und DOR-Film - bittet der Künstler Andre Heller faszinierende Persönlichkeiten vor die Kamera. Am 30. Dezember 2016 war Peter Fabjan zu Gast in dieser Sendung. Was er über sein Leben und über jenes von Thomas Bernhard zu erzählen hat, ist in „Premiere“ in einer etwas gekürzten Audiofassung zu hören.

Thomas Bernhard 1988

APA/IMAGNO/Harry Weber

Fabjan, selbst jahrzehntelang Internist, stand dem Autor nahe wie wohl nur wenige Menschen. Seine Schilderungen sind ein einzigartiges Dokument in mehrfacher Hinsicht: von der bewegten Familiengeschichte über die besondere Beziehung zum Halbbruder Thomas bis zu dessen literarischem Durchbruch. Peter Fabjan erinnert sich in hörenswerten Details auch an intime einprägsame familiäre Momente - wie eine seltene Polsterschlacht mit dem Vater.

Auszüge aus dem Gespräch mit Andre Heller

Peter Fabjan beschreibt die beengten Wohnverhältnisse der achtköpfigen Familie nach dem Krieg in Salzburg. Im Blick zurück erzählt er über Thomas Bernhards starke Zuneigung zum Großvater Johannes Freumbichler, über Bernhards schwere Erkrankung und über seinen Lebensmenschen Hedwig Stavianicek.

„Von ihr hab ich alles gelernt“, sagte Thomas Bernhard über Hedwig Stavianicek

Mit der Rückschau Peter Fabjans tut sich ein umfassendes und faszinierendes Panorama über den Menschen Thomas Bernhard auf, dessen Lebensweg ebenso außergewöhnlich wie auch schicksalsbehaftet war. Der Beginn der schriftstellerischen Karriere verlief für den späteren Weltautor alles andere als mühelos. Doch stand hinter seinem Schaffen eine unbändige, ihn beständig antreibende innere Kraft.

Schreiben und Widerstand:

Eng mit den literarischen Erfolgen verknüpft war die gesteigerte Aufmerksamkeit von Medien, Autorenkollegen und Leserschaft. Durch den Erwerb von Häusern am Land hoffte Bernhard, einen Rückzugspunkt für ungestörtes Arbeiten zu schaffen. Doch das teils überbordende Interesse sowohl an seiner Person als auch an seinen Arbeiten war bereits entfesselt.

ORF Radio Oberösterreich widmet sich Thomas Bernhard in seiner aktuellen Berichterstattung in TV, Radio und Internet und - neben „Premiere“ am 2. Februar – in zwei weiteren einstündigen Sendungen:

„Ein Kind“ und Briefe an Thomas Bernhard

In der Literaturstunde der Sendung „Premiere - Literatur. Lebensart. Livemusik“ ein Ausschnitt aus Thomas Bernhards autobiographischem Band „Ein Kind“ zu hören. Der Ich-Erzähler beschreibt einen Radausflug, den er als achtjähriges Kind unternimmt, und der ihn von einem gefühlsmäßigen Höhenflug schließlich wieder in die kalte, abweisende Realität befördert.

Einen weiteren Schwerpunkt der Sendung bilden die Briefe der Lektorin und Übersetzerin Anneliese Botond. In einem langjährigen Briefwechsel mit Thomas Bernhard nimmt die hervorragend ausgebildete, mehrsprachige Lektorin nicht nur immer wieder Bezug auf literarische und geschäftliche Einzelheiten, sondern auch auf persönliche Befindlichkeiten und private Ereignisse.

„Thomas Bernhards Lebenskunst“

Auch die Sendung „Lust aufs Leben“ am Sonntag, 10. Februar 2019, 21.03 Uhr, ORF Radio Oberösterreich, widmet sich dem großen Schriftsteller: Zu hören ist ein Mitschnitt der „24. Thomas Bernhard Tage St. Veit“ in Salzburg vom 13. Oktober 2018. Unter der Moderation des Literaturwissenschaftlers Manfred Mittermayer sprechen der Germanist Hans Höller, der Schriftsteller Alois Brandstetter und die Fotografin Erika Schmied über „Thomas Bernhards Lebenskunst“.

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