Schatzkiste OÖ: Mit Maß und Ziel aufs Eis

Dieser Winter lässt das Herz eines jeden Eisschützen höher schlagen! Der Winterfreude des Eisschießens kann heuer nach Lust und Laune gefrönt werden. Das winterliche Freizeitvergnügen ist übrigens jahrhundertealt.

„Je frostiger der Januar, desto freundlicher das ganze Jahr“: So lautet eine alte Bauernregel zum ersten Monat im Jahr. Wohl eine gute Prognose für alle - die Kälte freut aber besonders die Eisschützen.

Wenn im Winter die Seen und Teiche zufrieren, dann lacht das Herz eines jeden Eisschützen. Und das in diesem Winter mannigfach. Abertausende Freizeitsportler lassen ihren Eisstock in Richtung Daube sausen und das nachweislich im Alpenraum bereits seit dem 16. Jahrhundert!

Sendungshinweis:
„Servus Oberösterreich“
Sa. 28. Jänner 2017 um 17.10 Uhr

Das Kommando auf dem Eis hat der „Moar“, vom lateinischen „Major domus“, den Hausverwaltern, die die Klöster und Herrschaften auf ihren großen Wirtschaftshöfen hatten und die dann häufig zu den größten Bauern in den Dörfern geworden sind.

Eisbahn auf See

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Waren es früher vor allem Bauern und Handwerker, die im Winter aufs Eis gingen, so findet man heute von Jung bis Alt jeden auf der Eisbahn. Seit den 1920er-Jahren sind die Stockschützen zudem in eigenen Vereinen organisiert.

„Bratl ausschießen“

Aber auch Brauchtumsgruppen, Stammtischpartien oder einfach gesellige Runden messen sich und schauen, welche Moarschaft die besseren Eisschützen in ihren Reihen hat. Geschossen wird traditionell um ein „gschmackiges“ Bratl. Und dabei kommt es oft auf Millimetergenauigkeit an: Selbst bei Brauchtumsschießen wird vom Moar ganz genau gemessen, wie weit die Stöcke von der Daube entfernt sind.

Eisstockschießen Symbolbild

APA/Peter Kneffel

Neben genormten Turnierstöcken kommt immer noch der gute alte Birnstock zum Einsatz. Er hat meist ein Gewicht von etwa drei bis vier Kilogramm. Auch kunstvolle Eisstöcke aus unterschiedlichen Hölzern verziert mit Einlegearbeiten finden sich in den Moarschaften. Manchmal ist auch der Name des Eisschützens eingeschnitzt.

Stockkörper mit Überraschungen

So ein Stockkörper eines Eisstocks kann übrigens allerhand in sich bergen: kreative Eisstockdrechsler bauen „Versorgungsstöcke“. Wird der Stiel abgeschraubt und der Stock geöffnet, birgt er oftmals eine Überraschung in sich: Eine kleine Schnapsbar im Inneren des Stockes zaubert den durchgefrorenen Eisschützen ein wärmendes Lächeln ins Gesicht.

Sandra Galatz; ooe.ORF.at

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