Schatzkiste OÖ: Der Ursprung des „Glanglmarkts“

Eigentlich ist er aus dem Jahresablauf nicht wegzudenken, der Glanglmarkt in Wels, der heuer auf Grund der Vogelgrippe aber abgesagt werden musste. Dieser Kleintiermarkt existiert seit über 100 Jahren und hat eine spezielle Bedeutung.

Jedes Jahr wird Wels am Samstag nach Maria Lichtmess zum Zentrum der österreichischen Kleintierzüchter. Schon ab 5.00 Uhr Früh wird an diesem Tag normalerweise gefeilscht, gefachsimpelt, getauscht und gestreichelt. Doch heuer musste dieser Traditionsmarkt auf Grund der Vogelgrippe abgesagt werden.

Der Glanglmarkt in Wels ist Österreichs größter Kleintiermarkt. Rund 5.000 Besucher zählt man alljährlich, und doppelt so viele Tiere werden hier zum Kauf angeboten.

Masthenne, Huhn

ORF

Seit über 100 Jahren wechseln am Glanglmarkt Tiere ihre Besitzer

Tierverkauf wegen Dienstbotenwechsels

Sendungshinweis:
„Servus Oberösterreich“
Sa. 4. Februar 2017 um 17.10 Uhr

Die Tradition dieses Marktes ist alt: Schon vor mehr als einhundert Jahren hat sich dieser Glanglmarkt zu Maria Lichtmess ergeben. Der Lichtmesstag, also der 2. Februar, galt früher als der Tag, an dem die Dienstboten wechselten. Und nicht bei jedem Bauern war es ihnen erlaubt, selbst Kleintiere wie etwa Hühner, Tauben oder Kaninchen zu halten.

Deshalb wurden um dieses Datum Märkte abgehalten, wo die Tiere verkauft werden konnten - wie auch am Glanglmarkt in Wels.

Aussteller bringen ihre Tierer zum Welser Glanglmarkt

Land Oberösterreich/Franz Linschinger

Aussteller bringen ihre Tiere jedes Jahr zum Welser Glanglmarkt - nur heuer nicht

„Glangeln“ bedeutet umziehen

Heute ist dieser Markt ein österreichweiter Treffpunkt der Kleintierzüchter. Ein Meerschweinchen ist hier um 5 bis 10 Euro zu haben, eine Henne kostet zwischen 10 und 50 Euro und ein Häschen 5 bis 40 Euro. Bei Spitzentieren muss man mit 150 Euro und mehr rechnen.

Bilder von der Merrschweinchenfarm

ORF

Etwa 10.000 Tiere werden jedes Jahr am Glanglmarkt zum Kauf angeboten

Das Wort „glangeln“ bedeutet übrigens umziehen - früher zogen die Dienstboten um, heute wechseln am Glanglmarkt noch immer die Tiere ihr Zuhause. Und das – wenn es die Vogelgrippe nicht verhindert – wieder am Samstag nach Maria Lichtmess im Jahr 2018.

Sandra Galatz; ooe.ORF.at

Links: